Dienstag, 15. April 2014

Ein Kissen für Oma {Creadienstag}

Heute gibt es ein weiteres Geschenk, über das sich meine Oma vor bald schon zwei Monaten zu ihrem 80. Geburtstag freuen durfte. Wollte ich eigentlich direkt nach der selbstbemalten Schüssel gezeigt haben, aber manchmal kommt einem das Leben dazwischen. Aber heute ist ja auch noch ein Tag.

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Ein Kissen aus Rosie Posie Granny Squares, gehäkelt nach diesem Tutorial und auf diese Weise verbunden (das ursprüngliche Tutorial finde ich leider nicht mehr wieder, aber das Prinzip bei diesem ist dasselbe). Bei vorherigen Projekten hatte ich die fertigen Quadrate immer zusammengenäht - bzw. häufig eben nicht zusammengenäht, denn irgendwie empfand ich das als ähnlich freudvolles Unterfangen wie das Vernähen der vielen Garnenden... Umso mehr bin ich nun von dieser Methode angetan: Super schnell, super ordentlich und das fertige Stück liegt wunderbar flach - das war bei anderen Methoden, die ich probiert habe, nämlich häufig der Punkt, der mich nicht überzeugt hat.

Unbenannt

Neue Sofakissen standen bei meiner Oma schon seit längerem auf dem Plan. Beim Häkeln des Kissens fiel mir zum Beispiel ein Besuch bei marimekko vor eineinhalb Jahren wieder ein,  im Laufe dessen die zarte japanische Verkäuferin etliche Stühle und Leitern hochkraxelte, um Ballen um Ballen schönsten Stoffes vor uns auszubreiten, uns immer neue Muster und Kombinationsmöglichkeiten zu zeigen - und uns am Ende mit nichts als einer Visitenkarte ziehen lassen musste, auf der sie noch hastig den Namen des zuletzt favorisierten Muster - ich meine, es war dieses - notierte. Gerne könnten wir wiederkommen, wenn wir uns dann entschieden hätten.
Wir kamen nicht wieder. Obgleich auch mir angesichts des Preises ein bisschen die Spucke wegblieb (worauf ich allerdings bereits gefasst gewesen war), hatte ich ein ziemlich schlechtes Gewissen. Die Visitenkarte habe ich erst letzten Herbst, vor meinem Umzug weggeworfen.

Unbenannt

Nachdem an der Kissenfront seitdem keine Entwicklungen zu vermelden waren, kam mir die Idee, dass das doch ein prima Geschenk wäre. Allerdings habe ich diesmal die zu Beschenkende im Voraus eingeweiht, um mal die Gestaltungsvorlieben abzuklopfen. Da war ich mir nämlich ziemlich unsicher.

UnbenanntDie Aussage "Ich mag alles, was du machst." (Omas eben...) war bei der Konkretisierung der Pläne nicht sonderlich hilfreich, doch immerhin konnte ich noch die Information entlocken, dass rot wohl durchaus gefallen würde. Auf Grundlage dessen habe ich also versucht, mir ein Häkelkissen mit rot im Kontext des großelterlichen Wohnzimmers vorzustellen.

Unbenannt

Mit dem, was am Ende dabei rausgekommen ist, bin ich ganz zufrieden - ist so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Komischerweise hatte ich die ganze Zeit über ein merkwürdig rauschiges Bild stilisierter Mohnblumen im Kopf, ohne so richtig zu wissen, woher das kam. Erst als ich dann neulich mehr zufällig auf der marimekko-Website landete und mich der Geschichte oben erinnerte, fiel es mir ein bisschen wie Schuppen vor den Augen. Da hat der oben beschriebene Besuch, obwohl über lange Monate ganz unten in meinem Gedächtnis vergraben, unterbewusst vielleicht doch ein bisschen nachgewirkt...

Wie dem auch sei. Einen fröhlichen Creadienstag euch allen!

Naomi

Samstag, 12. April 2014

12 von 12 {April}

Die "12 von 12" gehören zu meinen liebsten Blogaktionen. Nicht nur, dass ich jedes Mal das Gefühl habe, den Tag viel bewusster zu erleben, weil ich - ständig auf Hut nach Festhaltungswürdigem - einfach viel besser aufpasse, was so um mich herum geschieht.
Es macht mir auch jedes Mal aufs Neue Spaß, im Nachhinein durch diese kleinen Tagesdokumentationen zu stöbern und mich anhand der Bilder und der dazu geschrieben Worte an die jeweiligen Tage zu erinnern. 

Da sehe ich mich dann zum Beispiel plötzlich wieder im Schienenersatzverkehrsbus sitzen, über brandenburgische Dörfer holpernd, heute vor einem Jahr, auf dem Weg nachhause am Ende einer Seminarwoche in der Gedenkstätte Ravensbrück, Kopf und Herz voller widersprüchlicher Eindrücke dieses merkwürdig friedlichen Ortes mit der grausamen Vergangenheit.

Oder ich stehe auf einmal wieder in unserer Küche in Berlin und gieße Tee auf, am frühen Nachmittag noch im Bademantel (wie die Bilder bei genauem Hinsehen sogar verraten :), es sind Osterferien und die Abi-Klausur im Leistungskurs Geschichte steht kurz bevor. Das war vor zwei Jahren.

Mittlerweile kochen andere, fremde Menschen in der Küche, die Teekanne befindet sich in diesem Augenblick mit allerlei anderem Hab und Gut in einem Container, irgendwo auf dem Meer, unterwegs nach Namibia, und das Kleid, das damals einige Wochen später aus dem Stoff wurde, liegt seit Monaten in einem Karton und wartet darauf, einen neuen Reißverschluss eingenäht zu bekommen.

Ich schreibe all das, weil ich eigentlich sagen will: Ich erinnere mich gerne daran, wie das Leben an einem bestimmten Tag ausgesehen hat. Weil mir dabei die Veränderungen bewusst werden, die von einem Tag zum nächsten nicht immer spürbar sind. Mir vor Augen zu halten, dass das, was ich heute als normal und darum irgendwie als selbstverständlich betrachte, in ein paar Wochen, Monaten, Jahren vorbei und ganz anders sein kann und zu nicht geringer Wahrscheinlichkeit auch anders sein wird, hilft mir dabei, mein Leben - so, wie es jetzt gerade ist - ein bisschen mehr zu schätzen, auch wenn es darin viele Dinge gibt, die ich mir anders wünsche.

Deshalb mache ich also, wenngleich meine Bilder-Anzahl nicht ganz das Soll erfüllt, auch in diesem Monat wieder bei den 12 von 12 mit - um damit nach dieser etwas ausufernden Einleitung mal wieder auf das eigentliche Thema dieses Posts zurückzukommen. :)

Und so sah mein Heute aus, mein 12. April 2014:


Beim Frühstück habe ich mir vorlesen lassen. Alleine frühstücken finde ich nämlich das Gewöhnungsbedürftigste, seit ich alleine wohne - diese Stille. Unglaublich, wie sehr eine vertraute Stimme und eine vertraute Welt da helfen. Da gehen die 3€, die ich neulich auf dem Flohmarkt für das Hörbuch bezahlt habe, direkt als Investition ins Seelenheil durch.


Frühstück. Wie gesagt, etwas karg.

Den dritten Band von Harry Potter mochte ich immer am liebsten. Vielleicht auch aus nostalgischen Gründen, denn es war das erst "richtige" (= mehr als 100 Seiten dicke) Buch, das ich mit sieben Jahren von vorne bis hinten komplett selber gelesen habe. Bei einem Mal lesen blieb es (bei weitem) nicht und die CDs liefen später zeitweise in Dauerschleife. Die Geschichte ist mir also, sagen wir mal, einigermaßen vertraut. Weiterhören musste ich dennoch. 

Nebenbei ein bisschen rumgekritzelt. Inspiriert hiervon. Leider kein größeres Papier zur Hand.


Außerdem versucht, die luxemburgischen Bus- und Bahntarife zu verstehen und dabei nicht zum ersten Mal festgestellt, dass ein Wiederauffrischungskurs in Französisch auf meiner Prioritätenliste dringend ein paar Stellen nach oben gerückt gehört. Kaum zu glauben, dass das mal meine erste Fremdsprache war...


Zwischendurch resigniert festgestellt, dass der ichweißnichtwievielte Handy-Kurs mit den augenblicklich an der Nordsee kurenden Großeltern leider (wie immer) gänzlich verschenkte Zeit war.

Nebenbei außerdem ein bisschen gehäkelt, aber davon gibt's keine Fotos.


Nach viel zu viel drinnen verplemperter Zeit irgendwann den Entschluss gefasst, dass ein so schöner Tag nicht gänzlich in geschlossenen Räumen zugebracht werden darf. Dummerweise machte sich die Sonne gerade auf und davon, als ich vor die Tür trat. Statt über Sonnenschein also darüber gefreut, dass ich nun endlich einmal mit Kamera an dem Fliederbusch vorbei kam, der schon seit Anfang der Woche jeden Tag ein bisschen mehr aufblüht.


Da sich Frau Sonne weiterhin bedeckt hielt und die Temperaturen doch nicht mehr ganz heimelig waren, habe ich eine kleine, halb-sporadische Tradition (wenn das nicht ein Widerspruch in sich ist), die ich Anfang des Jahres eher zufällig begonnen hatte und die während der Semesterferien - der Tatsache geschuldet, dass ich kaum hier war - irgendwie eingeschlafen ist, wieder aufgenommen: Samstagskaffee und -kuchen im Cassius Garten. Heute mit Rhabarber.

Leider komme ich mir immer ein bisschen komisch vor, wenn ich in Restaurants und Cafés meine Kamera zücke. Als ob ich heimlich was Schlimmes vorhätte. Wenn man dann auch noch alleine am Tisch sitzt und es um einen herum auch nicht gerade brechend voll ist, d.h. jedes Klicken von den in ihre Zeitungen und mutmaßlich sehr wichtige Arbeit vertieften Mitanwesenden höchstwahrscheinlich bemerkt werden würde, unterzieht das die Hemmungen einer echten Wachstumskur. Der langen Rede kurzer Sinn: Es gibt nur ein minderqualitatives Handybild vom über die Maßen schmackhaften Gebäck.


Anschließend, wo ich schon mal in der Stadt war, habe ich die Gelegenheit genutzt um in Erfahrung zu bringen, wie ich an meine durch gewieften Einsatz von Rabatten und Internetbestellung in die Filiale um knapp 10€ vergünstigten neuen Schuhe nun eigentlich herankomme. (Darüber, was mich das Austüfteln dieses genialen Sparplans an Zeit gekostet hat, schweige ich an dieser Stelle übrigens lieber.)

Die Schuhkauf-Ersparnis habe ich dann sowieso gleich wieder wettgemacht. Nach wie vor bin ich nämlich nicht fertig eingerichtet - in erster Linie fehlt es an Stauraum. Für den ursprünglichen Preis hätte ich das folgende Stück zwar nie im Leben eines zweiten Blickes gewürdigt, aber bei satten 80% Rabatt war selbst der Einwand, dass mir das Ding eines Tages zu bunt werden könnte, zu vernachlässigen.
Immerhin sind nämlich nun sämtliche Woll- und Garn-Bestände an einem Ort versammelt, was zukünftig dann wenigstens das Suchareal eingrenzt. Außerdem habe ich so wieder ein ganzes Regalbrett für andere Dinge frei. Win-win, wobei in beiden Fällen ich der Sieger bin. (Und das reimt sich auch noch.)

Gar nicht gut tat dieser Kauf hingegen der Anzahl meiner 12von12-Bilder, denn leider hatte ich den gesamten Rückweg beide Hände voll.

An eben dieser Stelle hätte nun, wenn es schon insgesamt keine 12 Bilder geworden sind, darum zur Abrundung wenigstens noch ein Bild meines Abendessens stehen sollen. Weil mich dann aber mein Mitbewohner, während ich in der Küche ganz arglos meine Schupfnudeln briet, in ein mehr oder weniger tiefgründiges, vor allem aber langwieriges Gespräch über die Tudors, Macht und Religion, Fundamentalismus und Fanatismus, Freiheit und Verantwortung, menschliches Miteinander und Nord-Korea verwickelt hat, bin ich irgendwie drüber hinweg gekommen. Nächstes Mal dann.

Das Heute anderer Leute gibt's hier gesammelt. Habt alle einen schönen Sonntag!

Naomi

Freitag, 11. April 2014

Es gibt mich noch

UnbenanntUnbenanntUnbenannt In den letzten zwei Monaten allerdings ständig auf Jück. Und so, wie es momentan aussieht, wird sich daran auch für den Rest des Jahres nicht sehr viel ändern. Trotzdem hoffe ich, dass ich es schaffe, mich nun, da mit dem Semesterbeginn immerhin wieder eine gewisse Routine Einzug hält, auch hier wieder häufiger blicken zu lassen. Fehlt mir nämlich ein bisschen.

Euch allen einen schönen Freitagabend!

Naomi

Donnerstag, 13. März 2014

12 von 12 {März}

Gestern war wieder mal der 12. - Zeit für die 12 von 12

Wieder schaffe ich es erst nachträglich, meine 12 Bilder zu posten, diesmal ist die Verzögerung allerdings nicht meine Schuld. Denn Blogger meint neuerdings offenbar, die Fotos nach dem Hochladen noch ein wenig "optimieren" zu müssen - bisweilen bis zur Unkenntlichkeit. Nachdem mir gestern Abend nach zig gescheiterten Versuchen aber die Lust fehlte, über Flickr einen weiteren Anlauf zu nehmen (der heute letztlich glückte), kommen meine Bilder nun also mit 24 Stunden Verspätung.

12 von 12 | Sonnenaufgang

Im Augenblick mache ich ein Praktikum an einer Schule. Das frühe Aufstehen - noch um einiges früher, als bei meinem zuletzt nur 80 Sekunden dauernden Schulweg - habe ich definitiv nicht vermisst. Dennoch stelle ich immer wieder fest: Wenn ich erst mal aufgestanden bin, finde ich das Frühwachsein eigentlich ziemlich gut. Aber der Weg dahin...

12 von 12 | Frühstück

Frühstück auf der sonnenabgewandten Seite. Mein Appetit hält sich zu so früher Stunde allerdings in Grenzen.

12 von 12 | Magnolienfüße

Freude über die aufgeblühten Magnolienzweige - und die farblich passenden Socken. :)

An dieser Stelle gibt es nun eine kleine Lücke. Die Kamera hatte ich extra eingepackt, doch zwischen Scheibenkratzen und Nebel am Morgen, Frühstückspause, Zweitklässlerfragen usw. bot sich so wenig Gelegenheit, dass ich mir das eigentlich auch hätte sparen können.

12 von 12 | Rückspiegel

Erst auf dem Rückweg im Auto kam die Kamera wieder hervor. Wobei der Weg zum Zeitpunkt obiger Aufnahme streng genommen bereits hinter mir lag.

12 von 12 | Heimwegbegleitung

Die musikalische Rückfahrtbegleitung - morgens hatte ich's in der Hektik nach der nicht eingeplanten Scheibenentfrostungsaktion (nettes Scrabble-Wort :)) ganz vergessen - aus dem CD-Player befreit.

12 von 12 | Jägerzaun

Vom morgendlichen Frost war inzwischen auch nicht mehr viel übrig. Im Gegenteil.

So wurde nach kurzem Pläuschchen mit Oma in der Küche...

12 von 12 | Küchenecke

...das Mittagessen (selbstgemachte Gemüsebratlinge) draußen auf dem Balkon eingenommen. Anbei ein kurz zuvor entpackten Geschenks an mich selbst.

12 von 12 | Mittagssonne

Nach einem kleinen Power-Nap in der Sonne ging es nachmittags zur anderen Oma. 

12 von 12 | Tulpen

Ein Besuch auf dem Friedhof. Mein Opa wäre gestern 80 geworden.
 
12 von 12 | Krokusse

Dort entdeckt und irgendwie gut gefunden: Krokusse, die in Grüppchen hier und da durch den Kiesweg wuchsen. Florale Subversion. :)

12 von 12 | Waffeln

Derweil hat Oma zuhause einen kleinen Waffel-Hügel produziert, der anschließend ziemlich bald (fast) verschunden war...

Schließlich ein kurzer Halt auf der Rückfahrt, um das hier festzuhalten:

12 von 12 | Abendhimmel

Ein schöner Tag mit einem schönen Abschluss.

Die Liste aller 12-von-12-Teilnehmer ist wie immer bei Caro zu finden (Merci!).

Vielen Dank für's Gucken und einen schönen Freitag!

Dienstag, 25. Februar 2014

Für Oma {Creadienstag}

Meine Oma feiert heute ihren 80. Geburtstag. In dem Alter hat man ja bereits einiges erlebt - gerade diese Generation.

Im Laufe eines Lebens sammeln sich dabei nicht nur die Erlebnisse, Geschichten und Erinnerungen, sondern wächst auch der Bestand an Zeuch eigentlich über das hinaus, was man tatsächlich benötigt.  

Was also schenken, wenn schon alles da ist? 

Was Persönliches. Und wohl kaum etwas ist persönlicher, als Selbstgemachtes, steckt darin doch immer Zeit und Liebe. Da kam die "Ladies' Night" im örtlichen Keramikbemalstübchen gerade recht. Als Mutter-Tochter-Kollaboration entstand dabei diese Schüssel - groß, aber nicht ganz so hochwandig und damit sowohl für Salat als auch für Obst bestens geeignet.


Außen farblich zumindest vage an ein weiteres Geschenk - eines der letzte Woche erwähnten Häkelprojekte - angelehnt, von dem ich es leider noch nicht geschafft habe, Fotos zu machen. Währenddessen im Innern: lots of dots. :)


Hat was Meditatives, wenn man da so Punkt für Punkt nebeneinander setzt. 

Besonders spannend finde ich jedes Mal den Moment, wenn man das fertige Objekt ein paar Tage später in den Händen hält und sehen kann, wie die Farben unter der Glasur und im gebrannten Zustand wirken. Vorher sah das Ganze nämlich so aus:


Nun bleibt nur noch abzuwarten, wie das Geschenk ankommt (zur Not hatten wir wenigstens einen schönen Abend). Erfahren werden wir das nämlich erst in ein paar Tagen, bei der großen Feier. Da dieses Internet für meine Oma aber nach wie vor ein Buch mit mindestens sechs Siegeln ist, besteht wohl keine Gefahr, wenn die Schüssel schon heute mein Beitrag zum Creadienstag ist. 

Einen fröhlichen solchen wünsche ich euch!




Dienstag, 18. Februar 2014

Der Eisbrecher-Schal {Creadienstag}

Ich kann nicht stricken - davon war ich über Jahre hinweg fest überzeugt. Bei meinem letzten Versuch, der nun auch schon ein gutes Jahrzehnt zurückliegt und seinerzeit einen Schal für eine Puppe meiner Schwester zum Ergebnis haben sollte, wurde nämlich alles so dermaßen krumm und schief, dass die streng perfektionistische Zehnjährige, die ich damals war, entschied: Dann eben nicht.

Lange blieb es dabei. Nicht zuletzt das liebe Internet (wie so oft) führte mir allerdings zunehmend vor Augen, wie viele schöne Dinge man doch stricken kann - wenn man es denn kann. So wuchs mit der Zeit der Wunsch, die vermeintliche Tatsache meiner Nichtsstricktauglichkeit doch noch mal auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Erst Versuch macht kluch, weiß man ja. 

Und genau daran habe ich mich auch gehalten. Das Ergebnis: Ein Schal für meine beste Freundin, lose inspiriert hiervon. Wollweiße Merinowolle, kraus rechts als Dreieck gestrickt und mit Troddeln an den Enden.

Sicherlich noch ausbaufähig, aber ein Anfang. Das Eis ist jedenfalls gebrochen.


Viel schwieriger als das Stricken an sich gestaltete sich dann übrigens das Fotografieren - da war irgendwie nicht nur ein Wurm drin und was ich mir vorgestellt hatte, wollte einfach nicht funktionieren. Weil ich aber kurz darauf losmusste, um das Geschenk endlich zu überreichen, blieb für einen zweiten Versuch keine Zeit. Ich nehm's also mal als weitere Übung in Sachen Gelassenheit für mein perfektionistisches zehnjähriges Ich, das sich nämlich bis heute regelmäßig blicken lässt...


Obgleich ich weitere Strickversuche definitiv nicht ausschließen will, steht für heute erst mal noch die Vollendung zweier Häkelprojekte auf dem Plan. Bei euch? In jedem Falle: Einen fröhlichen Creadienstag!




Mittwoch, 12. Februar 2014

12 von 12 {Februar}

Endlich hab ich's mal wieder geschafft mit den 12 von 12 (was das ist steht hier geschrieben) und seit langem hatte ich auch mal wieder richtig Spaß bei der Sache. Zuletzt war das, wie ich eben mal nachgesehen habe, im September so, also vor meinem Umzug nach Bonn. Wie es der Zufall so will, war Schauplatz dieses 12. nun auch wieder Berlin, denn nachdem ich am Montag meine letzte Klausur hinter mich gebracht habe, gönne ich mir nun erstmal einen kleinen Heimaturlaub. Und was für ein schöner erster Ferientag war das heute...

Los geht's!

Beim Aufstehen als allererstes über die neuen Blüten der alten Freundin gefreut. 

Während Rosine und Teddy noch eine Runde gedöst haben (auf dem Teppich, der ursprünglich mal als Provisorium ins Wohnzimmer kam - und schwupps! sind 6 Jahre um...) gab's nebenan ein feines Frühstück - nicht bloß mit Croissant sondern auch mit Sonne auf dem Teller.

Anschließend ging's raus.

Auch da feinster Sonnenschein. 


Als nächstes stand ein Ausflug zur Führerscheinstelle auf dem Plan, denn meiner Mutter ist neulich ihres Portemonnaies verlustig gegangen. An sich schon ärgerlich, bei einer in weniger als einem Monat anstehenden Auswanderung aber noch einmal besonders ungünstig...

Der zu diesem Zeitpunkt bereits wieder ordentlich grummelnde Magen trieb uns anschließend noch ein Stück die Friedrichstraße hoch. Ein kleines Stück, sonderlich weit kamen wir nämlich gar nicht. Eigentlich wollte ich nur eben kurz den textmarkergrünen Fahrradständer (kommt auf dem Foto leider nicht richtig rüber) vor der Tür des Cafés fotografieren, aber dann waren wir irgendwie auch schon drin.

Erwies sich als gute Entscheidung. Nicht ganz billig (in derartiger Checkpoint-Charlie-Nähe aber wohl nicht viel anders zu erwarten), dafür allerdings wirklich enorm lecker, und zwar sowohl der Salat, als auch Kaffee und Carrot-Cake. Und aufgegessen, bevor ich ans Fotografieren gedacht habe.

Und die Lampen, die hatten es mir auch angetan.

Zufrieden und mit einem fabelhaften neuen Buch im Gepäck (spontane Entdeckung auf dem Weg zur Toilette...) ging es anschließend wieder nach Hause.


Herrlich war das Licht, als wir von der U-Bahn zurück liefen und auch kurz darauf auf dem Weg zum Briefkasten. Dazu das Vogelgezwitscher... 

Fräulein Roswitha natürlich auch wieder mit vonner Partie.

Nachdem ich letzte Woche endlich den Gutschein wiedergefunden habe, den ich schon länger meiner Mutter vermachen wollte, haben wir die Gelegenheit dann vorhin gleich genutzt und nach wochenlangem Überlegen nun das Downton-Abbey-Buch bestellt - die Sucht hält sich... :)

Ende.

Alle, die ihren 12. Februar ebenfalls in Bildern festgehalten haben, findet ihr in der 12-von-12-Linkliste bei Caro. Ich sag Danke für's Gucken!





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