Samstag, 14. April 2012

Eigentlich...

...wollte ich ja einfach nur eine "Alles Drin"-Tasche nach dem Gratis-Ebook von Farbenmix nähen, denn irgendwann hatte ich so eine mal bei Diana/Bunte Tupfer gesehen (und gut gefunden, versteht sich).

Eigentlich hätte auch alles ganz wunderbar werden können. Ich hatte mir die kleine Version ausgesucht, Schnittmuster ausgedruckt, sah auch alles ganz machbar aus - also war ich wirklich guter Dinge.

Eigentlich war auch an Material alles zusammengetragen. Für das Innere waren die LoveBirds von der Hamburger Liebe (Teil meiner ersten Stoffmarktbeute, damals...) vorgesehen. Ich mag es, äußerlich schlichte Taschen zu öffnen und dann von einem hübschen, farbenfrohen Inneren überrascht zu werden. Für das Äußere hatte ich also in Klein Schweden in der Schnäppchen-Ecke einen Hockerüberzug aus mittelgrobem, dunkelbraunem Möbelstoff gefunden. Ein recht großes Stück für mickrige 3€. 

Ach, es hätte alles so schön sein können!

Aber wie gesagt: Eigentlich... 
Denn irgendwas kommt ja doch immer dazwischen. Und dann ist es so, wie ich hier schon mal kurz angedeutet hatte: Nämlich gar nicht so leicht, mit dem Produkt des eigenen Schaffens zufrieden zu sein.

In diesem Fall war es also der braune Stoff. So begeistert ich auch vorher von meinem Schnäppchen gewesen war - beim Nähen erwies er sich als totale Katastrophe. Was daran nun alles schlimm war, will ich jetzt gar nicht im Detail erzählen, denn dann wäre ich wohl bis morgen beschäftigt... Aber nicht mal die sehr kooperativen LovelyBirds waren noch in der Lage, mich zu besänftigen.
Ich war einfach nur genervt und frustriert. Denn einen gewissen Hang zum Perfektionismus habe ich dann doch. Vor allem kann ich es gar nicht gut ertragen, wenn Dinge nicht so funktionieren, wie sie sollten. Soll heißen: Wie ich das will...

Lange habe ich nun mit mir gerungen, ob ich diese Schmach denn überhaupt hier mit euch teilen soll. Mal wollte ich, dann wieder doch nicht. Die Fotos sind deswegen auch schon vor einer ganzen Weile entstanden - an einem Tag, an dem es ausnahmsweise mal zu viel Licht gab. Deswegen sind die Farben auch so unterschiedlich und ungleichmäßig. Aber was soll's. Unperfekte Tasche, unperfekte Fotos - das passt doch auch irgendwie.

Den Anhänger habe ich bei Laura Ashley in Luxemburg auf dem Boden gefunden, auch in der Schnäppchenecke. Er lag da so ganz allein... Das dazugehörige Wasauchimmer war nirgends zu entdecken, also habe ich mir gestattet, ihn aufzuheben und mitzunehmen.




Das Innenleben ist eigentlich das Einzige, womit ich zufrieden bin. Der pinke Karostoff ist auch vom Stoffmarkt, das Samtband von Trollinge, meinem Lieblingsstoffladen hier bei uns in der Gegend.

Hier sieht man nun wieder besonders doll die "problematischen" Lichtverhältnisse - diese Woche wäre ich hingegen für ein wenig Sonne ganz dankbar gewesen.

Der Riemen ist verstellbar - wenigstens das hat ganz gut geklappt... Und grade ist er auch, selbst wenn er hier ein bisschen schief aussieht.

Nun noch mal als Ganzes. Mir ist sie auch ein bisschen nackt untenrum.  



Die Stellen, wo die Henkel ansetzen, gefallen mir am allerwenigsten - viel zu wulstig, da muss ich mir noch mal was einfallen lassen, wie man das kaschieren kann. Ideen willkommen...
Ursprünglich sollte die Tasche für meinen kleinen Nürnberg-Trip im Dezember schon fertig sein. Vielleicht erinnert sich einer an diesen Post... Deswegen ist auch ein Reißverschluss dran - ich dachte damals, im Gewühl auf dem Christkindlesmarkt ist das irgendwie sicherer. Am Abend vor der Abfahrt habe ich mich also bis zwei Uhr nachts damit herumgeschlagen, sie sollte ja längst fertig sein. Schließlich war ich dann wohl so müde, dass ich die Ecken unten falsch abgenäht habe, nämlich ohne sie vorher Naht auf Naht zu falten, sondern einfach platt (wisst ihr, was ich meine?). Auf dem letzten Bild ist das einigermaßen zu erkennen. Es ist mir leider auch erst dann aufgefallen, als ich das Überstehende schon abgeschnitten hatte, es also kein Zurück mehr gab. Danach habe ich erstmal entnervt aufgegeben... Vorerst gescheitert ;)

Mich dann doch noch mal dranzusetzen, hat wirklich Überwindung gekostet. Mit dem Innenleben war bzw. bin ich ja eigentlich ganz zufrieden und das sollte dann doch nicht umsonst gewesen sein. Was es dann ja letztlich auch nicht war, denn "funktionieren" tut die Tasche immerhin - im Sinne von: Man kann Sachen reinlegen und darin herumtragen -  und ich habe sie auch hin und wieder in Benutzung.
Aber bis wir Freunde werden, wird wohl noch eine Weile vergehen. Eine lange Weile...

Naomi

7 Kommentare:

Fadequeen hat gesagt…

Also eigentlich finde ich die Tasche gar nicht mal so schlecht, gut das mit dem gewurstel beim träger, und reissverschluss ist nicht so ideal.,..

Mir wäre sie auch zu nackt aussen, aber eigentlcih ist doch das innere sooooooo schöööööön geworden, das man sich auch an der nicht so perfekten aussenform nicht stören muss ;)

Liebs Gruesslil
Sandra

Schwarzerose hat gesagt…

Na sooo schlecht ist die doch gar nicht geworden! Mir wäre das äußer auch etwas zu nackt, ich mags eher bunt,vorallem bei selbstgenähten Taschen.

Warum versuchts du das "gewurstel" nicht mit einer kleinen Ziernaht etwas in Zaum zu bringen? Ich würde die Tasche ja noch mal aufmachen, auf links drehen, die Nahtzugabe die für das Gewurstel verantwortlich ist einkürzen, wieder auf rechts drehen und dann noch mit einer kleinen Naht dicht am oberen Rand festzunähen. Das dürfte dann nicht mehr ganz so arg stören. Aber so "ungesehen2 ist das der einzige Tipp den ich habe.

Übrigens bin ich auch nie mit meinen Nähergebnissen zufrieden. Beispielsweise habe ich schon ca. 6 Julie-Taschen genäht und bei jeder hatte ich etwas auszusetzen. Die, die sie geschenkt bekommen haben, haben sich jedoch immer gefreut und führen sie fleißig aus. Wahrscheinlich sieht man seine eigene Arbeit immer am kritischsten.

Lg und ein schönes WE
Katrin

Simone hat gesagt…

Ich schließ mich mal Katrin an: selber sieht man immer alles sooooo kritisch!!
Also ICH find die Tasche nicht schlecht!!! Vllt. würd ich noch was in blau drauf machen...passend zum Tragegurt....vllt. ein paar Jojos oder so......
Sie nochmal aufzumachen....ich glaub, da könnt ich mich nicht dazu aufraffen :-)!!! Kommt halt drauf an, wie sehr es Dich stört.
Gute Tipps hab ich Dir leider (noch) keine, da ich ja auch nicht so der Taschen-Profi bin......aber mich hat MARIbella total überzeugt. Die ist von Anfang bis Ende problemlos zu nähen.
Liebe Grüße
Simone

Anja hat gesagt…

Liebe Naomi,

ich schließe mich auch den anderen an. :)
Für einen "fremden Betrachter" sieht die Tasche auf jeden Fall schön aus! Deine Kritikpunkte kann ich natürlich schon nachvollziehen, aber von selbst hätte ich die Dinge, die du nicht so schön findest, glaube ich gar nicht entdeckt. :) Mir geht's aber auch ganz oft so, dass ich bei meinen selbstgenähten Sachen gefühlte 1000 Dinge furchtbar finde, aber die fallen anderen dann in der Regel gar nicht auf. :)
Was ich bei deiner Tasche zum Beispiel richtig toll finde, ist das Samtband, das du auf den Tragegurt aufgenäht hast! Vielleicht kannst du damit ja noch weiter unten an der Tasche irgendetwas machen? Blau und braun zusammen sieht nämlich wie ich finde toll aus. :)
Mir ging's vor kurzem erst ähnlich wie dir mit einer Malina, bei der ich dann kurzerhand nochmal aufgetrennt und den Einsatz (der war verzogen und schief) neu eingenäht habe. Jetzt gefällt sie mir wieder. :) Bei deiner Tasche würde ich aber glaube ich auch nicht auftrennen. Ich zumindest könnte mich auf jeden Fall an sie gewöhnen! Vielleicht klappt's bei dir ja auch noch schneller als du denkst? ;)

Liebe Grüße,
Anja

P. S. Du hast doch nächste Woche eine Geschichts-Abi-Klausur, oder? Viiiel Glück dafür!!! :)))

Fräulein Famos hat gesagt…

Danke! :)
Wann genau geht's denn bei dir eigentlich mit den Prüfungen los? Nur dass ich zur rechten Zeit die Daumen drücken kann...
Zur Tasche: Auftrennen würde glaube ich auch nicht so viel bringen. Das hatte ich nämlich währenddessen schon mehrere Male versucht, das jetzt ist sozusagen schon das Optimum. Der Stoff ist einfach blöd, er franst total und lässt sich dadurch nur schwer einkürzen, außerdem ist er an den besagten Stellen einfach ein bisschen dick.
Ich hab auch schon überlegt, ob ich nicht einfach noch mal einen Schwung von dem Samtband besorge und damit irgendwas mache. Und vielleicht könnte ich irgendein Gebamsel basteln, das ich dann an den D-Ring hänge. Pompoms, oder so, die dann die problematische Stelle zumindest an der Seite ein bisschen umspielen und dadurch kaschieren... Na ja, mal gucken. Wenn ich morgen Geschichte hinter mir hab, habe ich ja wenigstens schon mal wieder ein bisschen mehr Zeit.
Liebe Grüße, Naomi

michèle hat gesagt…

also zuerst: ich finde die tasche ist doch was geworden!

und zweitens: bei mir liegen die zugeschnittenen teile für die große auch schon ne weile rum! irgendwie ist da wohl bei uns der wurm drin!

na was solls, immerhin ist ja das schöne am selfmade das es eben nicht perfekt IST!

liebste grüße sendet dir michèle

jasalu.de - mit Liebe handgemacht hat gesagt…

Hallo Naomi,

bin gerade durch Zufall auf deinem Blog gelandet. Toll, gefällt mir hier :-)

So und nun mal zu deiner Tasche. Wenn dich der Wulst an den Trägern soooo sehr stört, würde ich auch die Nahtzugabe etwas zurückschneiden. An sonsten wie schon mal erwähnt, vielleicht einen Zierstich drüber nähen.
Dein Innenleben gefällt mir sehr, sehr gut. Wenn sie dir außen zu nackt ist, wie wäre es denn mit einer Außentasche passend zur Innenseite? dann spiegelt sich dein Futter außen wieder...
GVLG vondeiner neuen Leserin
Nicole

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Ihr Lieben,

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