Dienstag, 31. Dezember 2013

Jahresendgedanken

Ein paar Bilder aus den letzten Tagen

Ihr Lieben, ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage!? Für mich kam und ging Weihnachten in diesem Jahr irgendwie gleichermaßen plötzlich. Das WarnichtebennochSommer?-Gefühl hielt sich diesmal besonders hartnäckig, was vielleicht mit dazu beitrug, dass ich (zumindest meiner ganz subjektiven Empfindung nach) noch schlechter vorbereitet war, als üblicherweise und mehrere Geschenke halbfertig unterm Baum landeten.

Und nun ist der ganze Spuk schon wieder vorbei und vom Jahr bleiben noch gut 12 Stunden. Zeit, Abschied zu nehmen.



Vor einem Jahr fiel mir das relativ leicht. Damals befiel mich irgendwann im Oktober eine große Frustration über all die Dinge, die ich mir vorgenommen und nicht geschafft hatte, und das Gefühl, irgendwie auf der Stelle zu treten. Umso sehnsüchtiger wartete ich auf den Neuanfang, den so ein neues Jahr doch irgendwie immer bedeutet. Denn so ein Neuanfang birgt ja, wenn auch nicht zwingend das Versprechen, so doch zumindest die Hoffnung, dass die Dinge besser werden. Eine neue Chance.

So habe ich mich damals sehr gefreut auf das neue Jahr und war in erster Linie unglaublich neugierig, was es alles bereithalten würde. Das Gefühl ein bisschen so, wie die Spannung, mit der man auf die Fortsetzung einer Geschichte wartet. Irgendwie kribbelig.



Wenn ich heute auf die vergangenen 12 Monate zurückblicke und sie mit nur wenigen Worten beschreiben sollte, würde ich sagen: "emotional aufwändig". Und das galt im Schönen, aber - leider - auch für das eher Unangenehme.

Es gab in diesem Jahr viele Momente, manchmal auch Tage oder sogar Wochen, die sich - das Jahr ist fast vorbei, also gestatte ich mir jetzt noch mal ein bisschen Schwülstigkeit - angefühlt haben, wie das absolute Glück. Wenn sich alles plötzlich so gefügt hat, dass es mir vorkam, als hätte es genau so immer sein sollen, und ich gar nicht recht wusste, wohin mit meiner Freude über, nun, mehr oder weniger alles.

Und dann, mittenhinein in diese Phasen, in denen alles so ganz und gar zu stimmen schien, platzten die kleinen und großen Tragödien, die mich, vielleicht gerade deshalb, viel härter trafen, als ich es jemals gedacht hätte. Ich will an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, denn bei all den unterschiedlichen Geschehnissen handelt es sich fast ausschließlich um Dinge, die nicht mir persönlich passiert sind, sondern Menschen in meinem engeren oder weiteren Umfeld. So sind es gewissermaßen nicht meine Geschichten und mir wäre nicht wohl dabei, sie hier in diesem Rahmen auszubreiten.

Gleichwohl war die Auseinandersetzung damit etwas, was das vergangene Jahr für mich ganz entscheidend geprägt hat und mich wohl auch noch auf längere Sicht beschäftigen wird. Und zumindest die Erkenntnisse, die ich aus dem, was anderen zugestoßen ist, ziehe, sind ja meine eigenen.

Am Ende dieses Jahres ist das nun vor allen anderen eine: Dieses Leben ist eine verdammt zerbrechliche Angelegenheit. 

Natürlich ist das im Grunde nichts Neues. Ich vergesse es nur gerne und vermute mal, damit bin ich nicht die Einzige. Oder? Krankheit und Tod lässt man bei der eigenen Lebensplanung doch gern außen vor, und speziell letzteres scheint wenn, dann eigentlich nur nach einem langen, erfüllten Leben einigermaßen akzeptabel. Nicht aber, wenn es junge Menschen trifft, deren Leben einem noch genauso ungelebt vorkommt, wie das eigene. Die Vielzahl der Türen, die noch offenstehen, lässt den Knall, wenn sie plötzlich alle auf einmal zufallen, umso länger nachhallen. 

Das Leben hat seinen eigenen Plan. Und letztlich kann man nie so ganz genau wissen, was der nächste Tag bringen wird, auch wenn wir uns das manchmal gern glauben möchten und wahrscheinlich auch müssen, um irgendwie vorwärts zu kommen.

Denn was bleibt sonst? Jeden Tag zu leben, als wäre er der letzte? Für mich klingt das immer nach Fallschirmspringen. Aber ich denke, überhaupt den Tag zu leben, als der, der er ist, und ihn auch zu erleben, ohne in Gedanken ständig im Gewesenen oder Bevorstehenden, im hättekönntewärewürde statt im ist zu leben, ist schon ein guter Anfang. Das Hier und Jetzt ist uns sicher und so sind es letztlich auch diese Momente, auf die es ankommt, wie kurz und unscheinbar und darum unbedeutsam sie auch häufig anmuten mögen.


Mir persönlich hat das vergangene Jahr auf der einen Seite vor Augen geführt, was ich habe, aber auch, wie abrupt sich die Dinge ändern können und vermeintlich Sicheres abhanden kommen kann. Gesundheit, ein Zuhause oder überhaupt erst einmal ein Dach über dem Kopf, das Wissen, dass es Familie und Freunden gutgeht - das alles ist nicht im Geringsten selbstverständlich und besitzt mehr Wert, als ich es gerade in Worte zu verpacken vermag.

Genau das ist es daher auch, was ich aus dem alten ins neue Jahr mitnehmen möchte: Ein bisschen mehr Demut vor dem Leben, mehr Achtsamkeit, um das Gute auch zu erkennen, Dankbarkeit für das, was mir vergönnt ist, immer in dem Bewusstsein, das nichts von alledem selbstverständlich ist.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch in ein wunderbares neues Jahr, das hoffentlich viel Gutes für uns alle bereithält. Wir werden es herausfinden... 

Bis dahin: Habt es schön und passt auf euch auf! 



Dienstag, 10. Dezember 2013

Last Christmas... {Creadienstag}

Na, alle Geschenke beisammen? Hier sieht es in der Hinsicht momentan eher mau aus und wenn es mit der Geschenkeproduktion in diesem Tempo weiterläuft, wird das dieses Jahr eine ziemlich kurze Bescherung...

Aus dem Plan, endlich mal früher anzufangen mit den Weihnachtsvorbereitungen ist natürlich wieder mal nichts geworden, wobei ich auch ehrlich gestehen muss: Ich hab im Sommer einfach noch keine Lust, mir über Weihnachtliches den Kopf zu zerbrechen und die im Vorjahr gefasste gute Absicht schmilzt unter der Augustsonne eben einfach so dahin...

Dadurch ist wiederum die Geschenke-Hektik am 23. und 24. Dezember inzwischen selbst fast zur Tradition geworden - eine eher zweifelhafte allerdings, das gebe ich gerne zu. Im letzten Jahr konnte ich übrigens meinen persönlichen Rekord im Spätdransein feiern, als das letzte Weihnachtsgeschenk erst zwischen Kirche und Bescherung fertig wurde. Obwohl ich in der Nacht zuvor bereits bis drei Uhr irgendwas vor der Nähmaschine gehockt hatte.

Und da alles so spät fertig war, blieb zum Fotografieren natürlich erst recht keine Zeit mehr. Erst vorletztes Wochenende, als ich meine Oma besuchte und dort einigermaßen unerwartet meine Eltern und meine Schwester traf, war zwischen Tür und Angel ganz kurz Zeit für ein paar Fotos.

So kommt es, dass ihr heute eines der Weihnachtsgeschenke vom letzten Jahr zu sehen bekommt: Eine Juniz (nach dem E-Book von Ki-Ba-Doo) für meine kleine kleine Schwester.

Allerdings habe ich, anders als im E-Book beschrieben, die Tasche komplett verstürzt genäht und eine kleine Reißverschluss-Tasche ins Futter eingearbeitet. Erstens aus Zeitgründen, zweitens, weil plötzlich wirklich nirgends farblich passendes Schrägband aufzutreiben war. Ich war am 23. sogar extra noch zum Maybachufer und zum KaDeWe gefahren. Hat - abgesehen von einem Paar abgefrorener Pfoten - auch nichts gebracht.


Die Stoffe - Babycord und Baumwollwebware - waren Reststücke vom Stoffmarkt. Im Nachhinein würde ich die Tasche wohl noch ein bisschen mehr verstärken, aber auch dazu war dann leider keine Zeit.


So. Die Juniz wandert rüber zum Creadienstag. Und der Rest meines Abends gehört Mrs. Dalloway... 



Donnerstag, 5. Dezember 2013

Homeward bound...

Polaroid SX-70: Berlin, August 2013 - Blick nach Osten vom Dach des Kollhoff-Towers

Home, where my thought's escaping,
Home, where my music's playing,
Home, where my love lies waiting
Silently for me 
-
Paul Simon
 
Seit Wochen schwirren mir diese Zeilen schon im Kopf, heute wird endlich was dagegen unternommen. Zwar haut der letzte Teil nicht ganz so hin (schade eigentlich), aber meine Vorfreude ist im Augenblick ohnehin durch nichts kleinzukriegen. Berlin, my love, wartet schließlich auf mich - mehr braucht es gerade nicht.

Denn macht's ma jut ... und habt ein schönes 2. Advents-Wochenende. Und heute Abend Schuhe putzen nicht vergessen! :)






P.S.: Ja, ja, besonders stark ausgeprägte Simon&Garfunkel-Phase im Moment. Das Central-Park-Konzert läuft quasi in Dauerschleife, und dass sich dabei dieser Song besonders fest in mein Ohr gesetzt hat, wundert ob des Inhalts wohl nicht. Wer nachhören will, bitte hier entlang...

Donnerstag, 28. November 2013

Unten {BIWYFI #87}

Vorweg: Vielen lieben Dank für eure begeisterten Kommentare zur Sternengirlande von Dienstag! Ich hab mich sehr gefreut! Da hat es sich ja augenscheinlich gelohnt, den Bus zu verpassen und völlig abgehetzt zur Vorlesung zu kommen - man muss eben Prioritäten setzen. ;)

Darüber hinaus noch eine andere Sache: Offenbar hat die Kommentarfunktion zwischenzeitlich nicht so funktioniert, wie sie sollte. Hatte mehrere von euch das Problem? Wenn ja, würde ich mich über einen kurzen Hinweis per Mail freuen, damit ich, sollte es sich nicht nur um einen einmaligen Aussetzer gehandelt haben, was dagegen unternehmen kann. Merci!

So, jetzt aber zu heute: Als ich bei Nic die Novemberthemen für Beauty is where you find it... gesehen habe, musste ich beim letzten direkt an das folgende Fotos denken. Das wollte ich euch eigentlich schon länger mal zeigen, hab aber nie einen gescheiten Anlass finden können. Darum also jetzt.

Fräulein Famos | Sommer-Hoffest
Enstanden ist das Bild auf dem jährlichen Hoffest meiner (mittlerweile ja ehemaligen) Schule.

Ein schöner Abend war das - der passende Abschluss für einen rundum perfekten Tag, an dem vom Wetter über die Orte bis hin zu den Menschen alles stimmte und der schließlich damit endete, dass ich mit meiner ehemaligen Geschichtslehrerin, einem ehemaligen Mitschüler und zwei meiner besten Freundinnen die letzten Momente meines Teenagerdaseins (bei dem Wort Teenager sträuben sich mir ja sämtliche Nackenhaare - so richtig war ich das irgendwie nie, wenn ihr wisst, was ich meine?) verbrachte und um Mitternacht auf meinen Geburtstag angestoßen habe.

Der fällt nämlich passenderweise immer mit besagtem Schulfest zusammen, das wiederum am Wochenende um den Tag des offenen Denkmals herum stattfindet. Obwohl dieses Jahr ein wenig überschattet von einer sehr traurigen Begebenheit nur kurz zuvor, war es doch wirklich ein schöner Abend in fast nachbarschaftlicher Atmosphäre. Und, mein großer Triumph: Ich habe es endlich auf den Schulturm geschafft! Man sollte ja meinen, irgendwann im Laufe von sieben Jahren würde sich mal die Gelegenheit dazu ergeben, aber am Ende kam immer irgendwas dazwischen und hat den Plan vereitelt. Diesmal habe ich mich aber nicht aufhalten lassen und das, was ihr oben seht, ist ein bisschen von dem, was dabei rausgekommen ist.

Für mehr "unten" klickt euch einfach mal rüber zur Sammlung aller Bilder - die gibt es wie immer bei Nic.

Einen schönen Donnerstag allerseits!


Dienstag, 26. November 2013

Sternengirlande {Creadienstag}

Herrlich deskriptive Überschrift - mehr kann ich meinem Hirn allerdings heute nicht entlocken, denn das ist derzeit damit beschäftigt, sich um ein anstehendes Referat zu sorgen. Meistens gebe ich mich dem voll hin, aber gestern Abend habe ich mich vorübergehend ausgeklinkt und mir zur Erholung erlaubt, mal für ein paar Stunden gar nichts zu tun.

So rein gar nichts ging dann aber irgendwie auch nicht, und so haben sich der Handvoll Häkelsterne, die ich neulich nach Steffis Tutorial gehäkelt hatte, und die seitdem auf weitere Verwendung wartend hier rumlagen, noch ein paar hinzu gesellt.


Mit einer Luftmaschenreihe* verbunden sind sie nun mein erster, äußerst zaghafter Versuch in Richtung weihnachtlicher Deko - ist ja schon bald so weit, auch wenn ich das kaum glauben kann - und, weil's gerade so schön hinkommt, mein Beitrag zum Creadienstag.

Habt einen schönen Tag! Hier lässt sich heute tatsächlich mal wieder die Sonne blicken. Welch willkommene Abwechslung!





*Nur für den Fall, dass es jemanden interessiert: Es sind immer 20 Luftmaschen zwischen den Sternen und jeweils 30 an den Endstücken.

Sonntag, 17. November 2013

Momentaufnahme

Gerade eben. Von meinem Fenster aus.

Rosa Himmel über Bonn


Habt einen schönen Sonntagabend!


Dienstag, 12. November 2013

12 von 12 {November}

Ich muss zugeben, die Überschrift verspricht mehr, als der Post halten kann. Heute gibt's nämlich nur eine halbe Portion 12 von 12 - für mehr Bilder hat's irgendwie nicht gereicht, dabei hätte dieser Tag (trotz fieser Kopfschmerzen) durchaus Potenzial gehabt. Na ja, nächsten Monat wieder. Dann schon zum letzten Mal in diesem Jahr - war nicht eben noch Sommer?

Der Tag begann mit einem Leuchten...


... und einer ordentlichen Portion Smäckse. Konnte ich gestern Abend beim Einkaufen irgendwie nicht dran vorbeigehen. 


So, und hier gibt's nun schon die erste große Lücke. Schuld daran ist ganz allein meine Faulheit, die es mir leider verbot, gestern Abend (bzw. heute sehr, sehr früh), als der Kalender im Handy vermeldete, es sei wieder Zeit für die 12 von 12, noch mal aufzustehen und den Kamera-Akku aufzuladen. Sowas rächt sich dann...

Es gibt also weder Bilder vom Warten auf den Bus, der geschlagene zehn Minuten später kam, als er gesollt hätte, noch Fotos aus der Uni oder von der Flülingslolle, die es heute in der Mensa gab, und ebenso keine vom neuen (und schon jetzt heißgeliebten) Mantel oder vom eigentlich nicht eingeplanten und noch dazu viel zu lang ausgefallenen Kaufhausbesuch.

Wie so häufig in den letzten Wochen, hat sich das gute Wetter im Laufe des Tages leider wieder verflüchtigt und als ich aus dem Bus stieg, hatte es gerade angefangen, zu regnen. Heute war das zur Abwechslung aber mal ein Grund zu Freunde, denn so konnte die angebliche Wasserdichtheit der neuen Jacke gleich mal auf den Prüfstand gestellt werden. Ergebnis: So weit, so trocken. :)


Wieder drinnen die Einkäufe ausgepackt. African Flowers, es kann losgehen! (Muss es auch, sonst wird das bis Weihnachten nichts.)


Am liebsten hätte ich ja auf der Stelle angefangen, wäre da nicht noch eine andere Aufgabe gewesen, die ich mir ganz fest für heute vorgenommen hatte: Die Küche putzen. Wie die nämlich aussah, als ich hier vor einer Woche eingezogen bin, möchte ich euch lieber nicht beschreiben. Dazu müsste ich mir den Zustand nämlich wieder in Erinnerung rufen, und darauf möchte ich, ehrlich gesagt, lieber verzichten. Ein bisschen hat mein Mitbewohner, der mir so ungefähr als erstes erzählte, ihm sei Hygiene sehr wichtig (offensichtlich...), immerhin schon aufgeräumt gehabt, sodass das Putzen überhaupt möglich war. 


Es wurde also erst abgelegt (Ist der Teller nicht herrlich kitschig? Tauchte Anfang des Sommers plötzlich in der Büroküche auf und wurde mir bei meinem Abschied freundlicherweise überlassen... ;)...

... und dann aufgerüstet. Wer auch immer Gummihandschuhe erfunden hat: DANKE!


Tja. Und nach zwei Stunden Powerputzen kommt dann nicht mehr viel. (Außer vielleicht der Erkenntnis, dass Bewegung tatsächlich Wärme erzeugt. Nächstes Mal spare ich mir also die Kapuzenjacke überm Pulli...)

Die 12 von 12 der anderen sammelt Caro wie immer hier.

Habt einen schönen Abend!




Freitag, 8. November 2013

Dazwischen

Häkelstern an Schlüsselbund
Gehäkelter Stern nach Steffis Tutorial
Seit Montag habe ich einen Schlüssel. Nicht nur einen, wenn man genau sein will, sondern drei. Und ich habe ein Zimmer dazu. Zwar noch etwas chaotisch, aber auch das wird.

Seit vorgestern bin ich nun außerdem auch offiziell Bonnerin. Ich muss zugeben, ein klein wenig beklommen war das Gefühl, als der Mensch beim Bürgeramt den Aufkleber mit der neuen Adresse auf den Perso geklebt hat und darunter quasi alles, was noch von Berlin übrig war, verschwand. Siebzehneinhalb Jahre, die es theoretisch auch nie gegeben haben könnte.

Jetzt steht unter Geburts- und Wohnort wieder derselbe und ich frage mich manchmal, was wohl wäre, wäre es immer so gewesen.

Als wir nach Berlin zogen, war ich zweieinhalb. Die meisten Menschen, denen ich das erzähle, nehmen daher an, ich wüsste nichts mehr von dem, was vorher war, aber das stimmt nicht. Im Gegenteil. Ich erinnere mich teilweise sehr genau. An die Fahrt zur Kita jeden Morgen. An die Kita selbst und daran, wie unerreichbar mir die großen Vierjährigen erschienen, bei denen ich so gerne mal mitgespielt hätte. Ans Dreiradkaufen und ans Mauerlaufen. An die elektrische Eisenbahn im Schaufenster des Spielzeuggeschäfts, die immer ein Stück vorwärts und anschließend ein wieder ein Stück rückwärts fuhr und daran, wie falsch mir letzteres jedes Mal aufs Neue vorkam. An mein allererstes Zitroneneis.

Und ich erinnere mich, wie fremd ich mich anfangs in Berlin gefühlt habe.

Dieses Gefühl hielt lange an und hat sich auch, trotz allem, nie so ganz aufgelöst. Denn obgleich ich im Laufe der Jahre mehr und mehr mit Berlin verwachsen bin, mich dort zuhause fühle wie nirgends sonst, blieb da immer noch das Vorher - das andere, zurückgelassene Leben. Und ich hing irgendwie dazwischen, weder zu dem einen, noch zu dem anderen so richtig zugehörig. Überall ein bisschen fremd. Sozusagen.

Vermutlich steckte in der Entscheidung, nach Bonn zurückzukehren, darum auch irgendwo der Wunsch, diesen Drang nach "zuhause" endlich zu stillen. Nur geht diese Rechnung in der Realität leider nicht ganz so auf. Denn wir haben 2013, nicht 1996, ich bin 20, nicht zwei, und das, wonach ich mich da manchmal zurücksehne, hat - ich hab's ja geahnt - eigentlich gar nicht so sehr viel mit einem bestimmten Ort zu tun...

Und trotzdem: Wenn ich hier so sitze, in meinem Dachstübchen, den Regentropfen zuhöre, die gegen die Scheibe trommeln, von meinen Sachen umgeben, dann kommt mir zumindest der Gedanke, dass das hier vielleicht doch sowas wie ein Zuhause werden könnte. Irgendwann.

Euch ein schönes Wochenende - auch wenn es vor diesem hundsmiserablen Wetter im Augenblick kein Entrinnen zu geben scheint, ganz egal wo man sich befindet... In diesem Sinne: Werdet nicht (allzu) nass!



Freitag, 1. November 2013

Apfelkuchen für Eilige (und Faule)

Erst gestern Abend habe ich wieder festgestellt, was für eine geniale Erfindung dieser fertige Pizzateig doch ist. Ihr wisst schon - der, den man zuhause nur noch entrollen (großer Unterschied zu ausrollen!) muss und dann gleich munter zum ohnehin spaßigsten Teil der Pizza-Zubereitung übergehen kann: Dem Belegen.

Das Prinzip hat sich offenbar (wen wundert's?) nicht nur bei Pizza bewährt, sodass sich im Kühlregal beinahe jeden Supermarktes mittlerweile ja zahlreiche Rollen unterschiedlicher Teigarten finden lassen. Welcher für Flamm- oder Hefekuchen zum Beispiel, oder eben Blätterteig.

Dass ich neulich nach letzterem griff, war ursprünglich ein der Eile geschuldetes Versehen, denn eigentlich hätte eine Rolle des besagten Pizzateiges im Einkaufswagen landen sollen. Am Wochenende darauf erwies sich dieser Fehlgriff jedoch bereits als äußerst günstig, denn so lieferte der Blätterteig an einem ungemütlichen Nachmittag, an dem keiner Lust hatte, das Haus zu verlassen, um beim Bäcker Kuchen zu kaufen, die Grundlage für einen ruck-zuck fertigen Apfelkuchen. Eine von diesen Ideen, die nicht neu sind, aber immer wieder gut.


  • Eine Rolle fertigen Blätterteig aus dem Kühlregal auf einem Backblech entrollen, 
  • mit Schmand bestreichen (1/2 bis 1 Becher, je nach Geschmack),
  • 2-3 Äpfel in dünne Scheiben schneiden und den Teig damit belegen,
  • mit Zimtzucker bestreuen,
und weil einem manchmal die richtigen Einfälle ja tatsächlich auch im richtigen Moment kommen, kam noch diese fabelhafte Wunderwaffe zum Einsatz:

Davon also ebenfalls ein bisschen was drübermahlen und dann ab in den vorgeheizten Ofen. Bei der Einstellung der Temperatur folgt man am besten entweder seinem Gefühl oder, falls damit mal was nicht stimmen sollte, den Anweisungen auf der Blätterteig-Verpackung. Fertig ist der Kuchen nach einer guten Viertelstunde bzw. wenn er eben danach aussieht.



Dazu kann man dann noch Sahne schlagen, muss man aber nicht, denn schmecken tut er auch ohne.



Außerdem: Ehe die fertig ist, ist möglicherweise vom Kuchen gar nichts mehr übrig... :)

Habt ein schönes (wen es betrifft: langes) Wochenende! Ich geh jetzt ganz feierlich einen gekauften Apfelstrudel in den Ofen schieben - denn die Bilder sind ja leider schon ein paar Wochen alt...


Donnerstag, 17. Oktober 2013

Orange {BIWYFI #81}

Orange soll es heute werden bei Beauty is where you find it... 

Als ich das bei der Veröffentlichung der Oktober-Themen zum ersten Mal sah, musste ich ein bisschen schmunzeln, denn um eben diese Farbe ging es auch vor beinahe genau zwei Jahren bei meiner allerersten BIWYFI-Teilnahme. Damals wollte ich unbedingt mal mitmachen, habe aber unglaublich lange gegrübelt, was für ein Bild da infrage kommen könnte. Denn offengestanden ist Orange nicht gerade meine Lieblingsfarbe, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass da vor meinem geistigen Auge als erstes eine Müllabfuhr entlangbraust...
Erstaunlicherweise brachte jener Tag im Oktober vor zwei Jahren und der Anblick all der anderen oh! ORANGE!enen Bilder aber damals die Erkenntnis mit sich, dass es sich bei dieser Abneigung eigentlich eher um ein theoretisches Nichtmögen, als um ein tatsächliches handelt. Ich muss mich nur immer wieder dran erinnern. So erlebt Orange seitdem bei mir eine kleine Renaissance und es passiert mir inzwischen häufiger, dass ich mich selbst dabei "ertappe", etwas Orangenes schön zu finden. Früher habe ich das, glaube ich, meistens einfach nicht mitbekommen. Nur zu großflächig darf es nach wie vor nicht werden - ich hab's lieber in den Details.

So ist auch in meinen heutigen Bildern nur ein bisschen Orange zu finden.


Wer auch die geballte Ladung verträgt, bitte hier entlang!

Ansonsten: Habt einen schönen Freitag - hoffen wir mal, dass das Wochenende ein bisschen weniger nass ausfällt...


Montag, 14. Oktober 2013

12 von 12 {Oktober}

Ein schöner Tag war das am Samstag mitnichten. Stattdessen einer mit einem Grauschleier - kalt und feucht, trüb und lichtlos und auch sonst reichlich unspektakulär. Trotzdem: Ein klitzekleines bisschen besonders war er, dieser 12. Oktober, handelte es sich doch um den ersten Samstag, den ich nicht zuhause in Berlin, sondern in meinem früher-mal-und-jetzt-wieder-Zuhause Bonn verbracht habe. Das heißt: Eigentlich stimmt das nicht ganz, denn obgleich das Wohnungssuchen nach wie vor ganz hervorragend klappt, mit dem -finden ist es erheblich schwieriger. So wohne ich derzeit für's Erste bei einer Freundin meiner Mutter, etwas außerhalb, die mich dankenswerterweise bei sich aufgenommen hat.

Wenngleich ich dadurch die Gewissheit hatte, hier wenigstens nicht unter einer Brücke zu landen, hat die Unsicherheit rund um die künftige Wohnsituation wahrlich nicht dazu beigetragen, mich in den vergangenen Wochen meinem Umzug ins Rheinland mit besonderer Freude engegen blicken zu lassen. Im Gegenteil. Zusätzlich hatte ich nämlich ohnehin ganz ungeheure Schwierigkeiten, mich von Berlin loszureißen. Irgendwie gefiel mir mein Leben im letzten Jahr eigentlich ganz gut und ich hätte es mir ohne Schwierigkeiten noch weiter darin bequem machen können. Und etwas - Orte, Menschen -, das man hat, kennt und mag, für etwas zu verlassen, von dem sich wenigstens augenblicklich noch nicht sagen lässt, ob es jemals auch nur annähernd mit dem Jetzigen wird mithalten können, ist nicht leicht.

Nun ist also die erste Woche um. Meine Bilanz? Ich vermisse Berlin, mal mehr, mal weniger, aber - und das erleichtert mich sehr - Bonn gefällt mir und ich bin gerne hier. Alles Weitere wird sich zeigen.

Hier nun aber erst mal die 12 Bilder von meinem 12. Oktober - mit dem Handy geknipst, denn obgleich ich meine Kamera hier habe, war mir bislang irgendwie noch nicht danach, sie mal aus der Tasche zu befreien.


Es fing wie so häufig damit an, dass ich zunächst einmal quasi vergessen hatte, welcher Tag ist. Als irgendwann zu höchst unchristlicher Zeit (unbeabsichtigterweise) mein Wecker losging, huschte der Gedanke an die 12 von 12 zwar einmal kurz durch meinen Kopf, dann allerdings habe ich mich einmal umgedreht und bin wieder eingeschlafen und das nächste Mal fiel es mir erst irgendwann vormittags, weit nach dem Frühstück wieder ein.

So handelt es sich bei der ersten bildlich festgehaltenen Aktivität um die äußerst stumpfsinnige, wenn auch irgendwie meditative Aufgabe, Türgummidichtungen zu säubern.


Heute früh um acht standen hier nämlich die Maler auf der Matte um sämtliche Türen zu lackieren, was natürlich einiges an Vorbereitung verlangte. Und da ich für mein "Asyl" hier selbstredend ziemlich dankbar bin, habe ich versucht, mich ein bisschen nützlich zu machen.

Die Alternative wäre außerdem Nichtstun gewesen, wozu sich auch im Anschluss noch ausgiebig (und definitiv mehr als genug) Gelegenheit bot, wenngleich nach der quietschintensiven Säuberungsaktion - Spätaufstehen sei Dank! - der Tag eigentlich schon halb um war. Leider erst halb.



Dementsprechend viel Raum nehmen allerdings auch die Bilder davon ein. Und wenn die "Aussicht" - s.o.: einmal nach vorne, einmal nach unten - dabei selbstverständlich die ganze Zeit über dieselbe bleibt, können zwangsläufig auch die Fotos nur mit wenig Einfallsreichtum und Originalität aufwarten. An so einem Tag aber auch irgendwie schon wieder ganz passend.

Anschließend habe ich dann ein bisschen am Esstisch gesessen - in kuhscher Gesellschaft - und Löcher in die Luft gestarrt. Ich hätte mir auch schlaue Gedanken machen können, nur hatte ich die wohl schon alle beim Dichtungenwaschen aufgebraucht - so kann's gehen.

Eine gute Idee hatte ich dann aber doch noch, denn wenn man mal nicht weiter weiß, ist ein Spaziergang eigentlich immer eine gute Idee. So machte ich mich, präpariert mit Halstabletten gegen meinen kratzigen Rachen (trockene Heizungsluft + nicht ausreichend dicke Jacke + zu viel Vorlesen), auf, nach draußen.



Für diese Initative muss ich mir an dieser Stelle noch mal nachträglich selbst auf die Schulter klopfen, denn es war wirklich richtig kalt und ungemütlich draußen.

So richtig viel gibt der Ortskern nicht her, zumal am Samstag um 15 Uhr natürlich bereits so gut wie alle Geschäfte geschlossen haben. Eine Zeitung mit (leider nicht sehr vielversprechenden) Wohnungsanzeigen habe ich aber noch ergattern können und die Ferreros habe ich bei der Gelegenheit auch noch ein wenig bereichert.



Ein definitiver Vorteil meiner derzeitigen Wohnsituation: Ich kann jederzeit an Kühen vorbeilaufen, was gut ist, denn ich entwickle da seit einiger Zeit einen gewissen Fetisch (siehe hier).


Interessantes Fundstück. Ich hab kurz erwägt, sie aufzuheben und mitzunehmen, weil mich interessiert hat, was da wohl drauf ist. Dann fiel mir aber wieder ein, dass die nächste Gelegenheit, sie anzuhören, völlig unabsehbar ist. So hab ich es dann am Ende gelassen. Außerdem war es ja kalt und meine Finger zu dem Zeitpunkt bereits so klamm, dass ich ohnehin nicht sicher bin, ob sie das mit dem Greifen noch hinbekommen hätten. (Letzteres ist weder Scherz noch Übertreibung - gruselig, wenn einem die eigenen Hände nicht mehr gehorchen...)

Wieder im Warmen erwartete mich ein Stück Kuchen, das ich in Gesellschaft von Herrn Auster zu mir genommen habe. Quasi der Höhepunkt des Tages.

Danach ging dem Handy der Saft aus, allerdings nicht nur dem, sodass der Rest des Abends undokumentiert und in formvollendeter Passivität vor dem Fernseher zugebracht wurde. Florian Silbereisen haben wir uns dabei mal gespart - aus Gründen, die wohl keiner weiteren Erläuterung bedürfen - und weil auch der Rest des Fernsehprogramms wenig verheißungsvoll klang, schließlich "Türkisch für Anfänger" (die Serie, nicht den Film!) auf DVD geguckt. Leider gut für's Heimweh...

Alle 12 von 12 gibt's wie immer bei Frau Kännchen, der an dieser Stelle nachträglich noch herzlichst alles Gute zum Geburtstag gewünscht sei.

Euch anderen: Danke für's Vorbeischauen und eine schöne Woche!




Donnerstag, 10. Oktober 2013

Gelb {BIWYFI #80}

Nach geschlagenen 20 Minuten, in denen ich keinen vernünftigen Satz zustande bekommen habe, gebe ich auf und lasse mein Bild zum heutigen Beauty is where you find it...-Thema gelb ohne Begleitung erscheinen:

Letzte Woche Donnerstag beim Abschiedsspaziergang im Grunewald.


Alle anderen Beiträge bei Nic. Macht euch einen schönen Freitag!



Donnerstag, 3. Oktober 2013

Grün {BIWYFI #79}


Ich hoffe, ihr hattet/habt alle einen schönen Feiertag!? Wir haben heute seit längerem mal wieder eine Runde um den Grunewaldsee geschafft. Seitdem das Auto nicht mehr ist, gestaltet sich die Anfahrt leider etwas komplizierter und dadurch langwieriger - zumindest schafft man es doch immer wieder, sich das einzureden. Meistens allerdings nur, um dann zu merken, dass es eigentlich doch gar nicht so schlimm ist. Und vor allem so lohnenswert.

Mein heutiger Bild-Beitrag zu Beauty is where you find it... stammt allerdings von meinem Geburtstagsspaziergang im Tiergarten vor inzwischen auch schon wieder gut einem Monat. 

Mehr grün gibt's hier bei Nic.



Montag, 30. September 2013

Graustufen {Colour me happy!}

Ich bin spät dran, wie so oft, aber was soll's. Nachdem ich ja erst neulich zu Beauty is where you find it... zurückgefunden hatte, kommt hier nun die nächste Stufe meines persönlichen Blog-Fotoaktions-Revivals in Form meines Beitrags zum September-Thema der Müller-Hoppenstedt'schen Fotoaktion "Colour me happy!", das da lautet: lazy grey

Der erhoffte reißende Strom an spontanen Assoziationen zu lazy blieb leider aus, aber bei grau ist das anders. Denke ich an grau, denke ich nämlich unweigerlich auch an meine Kunstlehrerin. Im Laufe der Schulzeit hatte ich davon zwar mehr als nur eine (übrigens alles Frauen, denn männliche Lehrer in diesem Fach scheinen - zumindest in der Schule - eine solche Rarität zu sein, dass ich tatsächlich in meinem Leben noch keinen lebendig und wahrhaftig zu Gesicht bekommen habe. Eigentlich interessant.), aber diese eine hatte eben ein besonderes Faible für alles zwischen schwarz und weiß. Zahlreiche und in der Mehrheit unvollendete Werke aus dem Kunstunterricht, die mir kürzlich beim Aufräumen aus einer Schublade meines Schreibtischs entgegen kamen, belegen das recht eindeutig. Egal, welche Technik gefragt war, auf die Vorgabe "Graustufen" konnte man sich eigentlich so gut wie verlassen. Als dementsprechend graue, spaßlose Plörre habe ich den Kunstunterricht dieser Jahr auch in Erinnerung.

Dazu kam, dass wir immer viel zu viele waren, um wirklich interessante Sachen ausprobieren zu können. So kamen wir zum Beispiel nie dazu, das "Fotolabor", über das die Schule theoretisch verfügt hätte, auszutesten. Was mir da entgangen ist, habe ich erst in diesem Frühjahr gemerkt, als ich im Rahmen einer FSJ-Kultur-Seminarfahrt den Workshop "Analoge Schwarz-Weiß-Fotografie" belegt hatte. Womit wir wieder bei lazy grey angelangt wären, denn Schwarz-Weiß-Bilder haben ja nun mal den Vorteil, dass sie eben von Natur aus alles grau machen. Die lazy Variante also. :)

Ein brandenburgisches Feld, nahe Werneuchen.
Das Ganze hat, fand ich jedenfalls, was Meditatives: Wenn man da so in der Dunkelkammer sitzt, in diesem kleinen schwarzen Loch, für ein paar Stunden abgeschieden von der Welt und in so gut wie völliger Stille - abgesehen vom Piepen der Uhr beim Einstellen der Belichtungszeit und dem sanfte Geplätscher, wenn man das werdende Bild in den unterschiedlichen Behältnissen baden lässt. Überhaupt finde ich das ja unglaublich faszinierend: Zugucken können, wie das Bild langsam sichtbar wird.

Den Entwicklungsprozess hatte ich mir im Vorfeld um Welten schwieriger ausgemalt. Tatsächlich stellte es sich bei der ganzen Angelegenheit als größte Herausforderung heraus, überhaupt erst einmal Motive zu finden. Ein klassischer Fall von Wer sucht, der findet nicht. So hab ich schließlich - verzweifelt, weil mir die Zeit davon lief - einfach drauflos geknipst. Was halt da war. Und einem plötzlichen Belichtungsmesser-Streik ist es zu verdanken, dass schon mal zwischen einem Drittel und einer Hälfte der Bilder ohnehin unbrauchbar waren. Kam mir eigentlich ganz entgegen, denn so fiel die Entscheidung, welche auf Papier durfte, wenigstens ein kleines bisschen leichter.


Übrigens hatte dieser Workshop noch einen Nebeneffekt, das digitale Fotografieren betreffend. Zu erleben, wie viel Einfluss auf das Erscheinungsbild des Endprodukts, sprich: den fertigen Abzug, man auch beim analog erzeugten Foto im Nachhinein noch nehmen kann - durch Filter, die Wahl des Ausschnitts etc. - hat meine Einstellung gegenüber digitaler Bildbearbeitung* doch merklich verändert. Nicht dass ich das vorher gänzlich verdammt oder die mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten selbst nicht auch genutzt hätte. Das keineswegs. Bloß hab ich mich vorher doch immer ein bisschen schuldig dabei gefühlt - als würde ich schummeln, wenn ich nachträglich Kontraste oder Helligkeit anpasse oder die Farben etwas korrigiere. Als würde dadurch das "wahre" Bild verfälscht.

Während ich in dieser Dunkelkammer saß, habe ich allerdings zum ersten Mal ernsthaft darüber nachgedacht, was dieses angeblich "wahre" Bild - diese merkwürdige Vorstellung in meinem Kopf - denn eigentlich ist. Ist es das, was die Kamera sieht? Das, was meine Augen sehen? Aber sehen meine Augen nicht unter Umständen etwas ganz anderes, als die Augen eines anderen? Und dann ist ja auch nicht immer alles so, wie es aussieht...

Ich habe für mich daraus dann den Schluss gezogen, dass das eine Bild nicht existiert, ebenso wie es nicht die eine Wahrheit gibt, sondern nur unzählige Möglichkeiten einer solchen. Und festgestellt, dass mir gerade das die Freiheit gibt, alle diese Möglichkeiten auszutesten und mir dabei neue, ganz eigene Wahrheiten zu erschaffen kann. Warum also nicht?

Doppelbelichtung: Gespiegelte Zweige.
Oder was meint ihr? Irgendwelche Gedanken dazu? Wie steht es um euren persönlichen "Bildbearbeitungs-Kodex"? Habt ihr einen? Ich bin neugierig...

Ansonsten: Mehr lazy grey gibt's hier. Habt eine schöne Woche!






* Damit meine ich jetzt Bildbearbeitung generell, nicht die körper"optimierenden" Retuschen, denn die sind irgendwie doch noch mal ein Kapitel für sich. Aber das ist klar, oder?
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