Mittwoch, 24. Juli 2013

Mittwochs mag ich ... Vintage Kameras!

Eigentlich auch schon seit ein paar Mittwochen mehr, aber aus verschiedensten Gründen schien mir heute ein guter Tag, das mal ganz öffentlich kundzutun - und euch bei der Gelegenheit meine beiden neuesten Schätze zu zeigen (nicht nur, weil sie so schön anzugucken sind):

Kodak Duo-620

Den ersten habe ich kürzlich im Keller meiner Oma gehoben. Seitdem mein Opa nicht mehr lebt, bekommt meine Oma regelmäßig einen Rappel, im Zuge dessen sie sich dann etlicher Dinge entledigt. Angeblich entweder, damit sie uns nicht "zur Last fallen", wenn sie mal nicht mehr ist, oder dass sie das Haus ja wohl doch irgendwann bald verkaufen müssen wird und dann unmöglich alle Sachen mitnehmen könne. Leider geht sie bei diesen Ausmist-Aktionen manchmal nach sehr merkwürdigen Kriterien vor, sodass schon einige feine Dinge, deren Wert zu großen Teilen, aber bei weitem nicht ausschließlich ideeller Natur war, auf Nimmerwiedersehen bei irgendwelchen ominösen Trödelhändlern gelandet sind. Schade drum.

Um das damit verbundene Herzblutvergießen zukünftig zu verhindern, haben wir bei einem unserer letzten Besuche mal die "kann weg"-Ecke im Keller ein bisschen näher in Augenschein genommen. Das war wie Flohmarkt für umme und aus einer der Kisten habe ich dabei eine lederne Kameratasche gezogen. Ohne freilich genau zu wissen, was sich darin verbarg. Einen Blick hinein habe ich erst geworfen, als wir längst wieder zuhause waren, und der war auch erst mal äußerst unspektakulär. Schwarzes Ding, bisschen Metall, hinten drauf die Aufschrift "Kodak Duo 620". Dann aber habe ich mich irgendwann getraut, auf eines der kleinen silbernen Knöpfchen zu drücken, es machte "Plopp!", vorne ging eine Klappe aus und heraus kam ein Linse. Ich war schwer entzückt und bin es noch.

Kodak Duo-620

Daraufhin habe ich natürlich erstmal Freund Google konsultiert und erfahren, dass dieses Kameramodell in den 1930er Jahren hergestellt wurde. Das deckt sich wiederum ganz gut mit der Aussage meines Vaters, dass das wohl eine Kamera sei, die mein Opa von seinem Vater, also meinem Ur-Opa, übernommen habe.

Diese Art Kameras funktionierte mit Film auf einer 620er Spule, den man heutzutage nicht mehr so richtig bekommt. Im Internet gibt es allerdings zahlreiche Tutorials, mit deren Hilfe man lernen kann, "normalen" Film auf eine passende Spule umzuspulen. Das will ich bei Gelegenheit mal testen, denn ich wüsste zu gern, ob die Kamera noch Bilder machen kann. Auch wenn das nicht unbedingt etwas heißen muss: Äußerlich macht sie jedenfalls einen tip-toppen Eindruck. (Was, wenn sie jemandem gehörte, von dem mein Vater abstammt, wenig verwundert. Ich sage nur: Die Schutzfolie der Schutzfolie... ;)

***

Nummer zwo hat mich ein bisschen mehr gekostet, ist aber dafür auch meine neue, ganz große Liebe. Sie funktioniert nämlich auch ohne großes Getüftel und wenn der Film nicht mit gut 20 Euronen pro Päckchen zu Buche schlagen würde, gäbe es hier überhaupt kein Halten mehr. Schon jetzt bin ich extrem überrascht, wie gelassen meine ansonsten knauserige Seele in dieser Sache ist. Wohl auch ein Polaroid-Fan, die Gute... :)
 
Polaroid SX-70 Alpha 1

Aber gerade die Tatsache, dass man sich des Preises eines einzelnen Fotos immer bewusst ist, macht, finde ich, den großen Unterschied. So schön es ist, mit einer digitalen Kamera (egal, ob klein oder groß) gefühlt unendlich viele Versuche zu haben, Misslungenes löschen zu können, und immer wieder aufs Neue zu probieren, geht es mir gleichzeitig so, dass ich schlussendlich von einem Motiv in den meisten Fällen zig Versionen habe. Und weil ich mich dann nicht entscheiden kann (öfter mal was Neues...), welches nun "das eine" ist, behalte ich sie häufig alle und verstopfe mir damit die Festplatte.
Was die Motivauswahl angeht, ist man sicherlich freier, wenn man nicht ständig daran denken muss, für wie viele Bilder der Film noch reicht und ich bin überzeugt, dass dadurch eine Menge Dinge festgehalten werden, die man früher einfach vorbeiziehen ließ. An sich eine durchaus schöne Sache, die allerdings auch schnell in einer gewissen Wahllosigkeit und Reizüberflutung münden kann.
Meine Polaroid-Kamera "zwingt" mich gewissermaßen zu (noch) mehr Achtsamkeit und vielmehr noch dazu, innezuhalten, mir zu überlegen, was ich will, eine Entscheidung dafür oder dagegen zu treffen. Und wenn ich mein Kopfchaos der letzten Monate mal rückblickend betrachte, habe ich fast ein bisschen das Gefühl, dass es so kommen sollte, mit dieser neuen Liebe, weil es irgendwie genau das war, was ich brauchte.

I ♥ Polaroids

So. Und die anderen? Das seht ihr wie jeden Mittwoch hier beim Lieblingsfrollein, das übrigens heute vor exakt zwei Jahren den ersten Schritt in die Bloggerwelt gesetzt hat. Darüber freue ich mich nach wie vor, von daher an dieser Stelle die allerherzlichsten Glückwünsche, liebe Vanessa! Bleib so wie du bist!

Ihr anderen kommt hoffentlich gut durch den Rest der Woche - wenn möglich ohne Sonnenstich... :)




4 Kommentare:

Anne hat gesagt…

meine Güte, was für ein toller Mittwochsliebling! :)

Steffi hat gesagt…

Was für Schätze! Selbst wenn die Kodak nicht mehr funktionieren sollte oder du den Kniff mit dem fummeligen Film nicht hinbekommst - ist sie sehr schön anzuschauen.
Liebste Grüße von Steffi

Eeny hat gesagt…

oh ja, vintage kameras sind einfach toll.

art.of.66 hat gesagt…

Oh ja, deine Kameras sehen auch umwerfend aus.
Klasse Fundstücke.

Liebe Grüße,
Simone

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