Mittwoch, 30. April 2014

Karussell + Kirschblüten

Herrje. Schon wieder sind zwei Wochen vergangen, seit hier zuletzt etwas Neues stand.

Vielen Dank an dieser Stelle für die netten Kommentare zum Häkelkissen aus dem letzten Post!  
Karin schrieb in ihrem Kommentar: "Willst du es wirklich von diesem farblich perfekt passenden Sofa trennen???". Tatsächlich wird das gar nicht nötig sein, denn die Bilder sind bereits nach der Geschenkübergabe im Wohnzimmer meiner Oma entstanden, da hatte das Kissen seinen Bestimmungort also bereits erreicht, was ich bloß - schlau wie ich bin - völlig vergessen hatte, zu erwähnen. Bei Tatsachen, die für einen selber offensichtlich sind, passiert das ja manchmal und so ist mir erst durch den Kommentar aufgefallen, dass mit dieser Information meine Worte im letzten Teil des Häkelkissen-Posts gleich viel mehr Sinn ergeben würden. Manchmal sehr hilfreich, so ein Stupser von außen - im Kleinen wie im Großen.

Nun ist der April also auch schon wieder vorbei, das Jahr zu einem Drittel um. So schnell kann's gehen. Auch wenn mir manche Tage einzeln und für sich bisweilen unsäglich zäh erscheinen, insgesamt habe ich das Gefühl, die Zeit rauscht nur so an mir vorrüber. Ich nehme mir Dinge vor, will dieses oder jenes tun - die Kirschblüten* vor dem Haus meines Onkels und meiner Tante zu fotografieren zum Beispiel, oder endlich mal wieder "richtig" und vielleicht sogar annähernd regelmäßig bloggen. Aber noch bevor ich überhaupt dazu komme, den Wunsch im Kopf zuende zu denken, ist plötzlich schon wieder eine Woche um. 

Als ich neulich, gerade zurück von einer Woche in Berlin, die für mich ein bisschen wie ein Urlaub in meinem alten Leben war, diesen Post schrieb, hatte ich gerade vorübergehend das Gefühl, ich würde mal wieder beide Füße auf den Boden bekommen. Aber schon die nächste Reise, die mich über die Ostertage zu meinen Lübecker Verwandten führte, hat mich wieder völlig aus dem Tritt gebracht. Ich tänzele seitdem unentschlossen nebenher, während sich das Alltagskarussell vor meinen Augen dreht, als wär nie was gewesen, und weiß irgendwie nicht so recht, wie ich das mit dem Wiederaufspringen am besten anstellen soll. Es gibt so vieles, was ich tun müsste oder könnte (oder will) - aber wo anfangen?

Also lasse ich mich im Moment eben einfach so mitschleifen, immer im Kreis, in der Hoffnung, dass keine aufgeschürften Knie dabei heraus kommen und es irgendwann doch mal eine Pause gibt - ein Anhalten, das lange genug dauert, um wieder ein bisschen Ordnung schaffen zu können, im Kopf und auch sonst, und dann in neuer Sortierung und wiedererlangter Frische ganz in Ruhe wieder aufzusteigen.

Dass das kommende Wochenende in dieser Hinsicht sehr viel taugen wird, daran hege ich bei einem Blick in meinen Terminkalender einen nicht geringen Zweifel, also setze ich meine Hoffnungen diesbezüglich wohl lieber weiterhin auf den Sommer. Und wenn's in diesem Tempo weitergeht, ist ja sowieso spätestens übernächste Woche August...

Vorher wünsche ich euch aber noch ein schönes 1. Mai-Wochenende! So viel Zeit muss sein, wenn schon dieser Post nicht viel mehr als ein Haufen random ramblings geworden ist. Immerhin mit alliterierender Überschrift - man muss sich ja auch an den kleinen Dingen freuen können. :)









*Pflanzenbezeichnungen in diesem Blog sind übrigens immer ohne Gewähr - denn was ich bei Menschen zum Glück einigermaßen gut kann - mir Namen merken -, ist im floralen Bereich bedauernswerterweise so gar nicht meine Disziplin.

Dienstag, 15. April 2014

Ein Kissen für Oma {Creadienstag}

Heute gibt es ein weiteres Geschenk, über das sich meine Oma vor bald schon zwei Monaten zu ihrem 80. Geburtstag freuen durfte. Wollte ich eigentlich direkt nach der selbstbemalten Schüssel gezeigt haben, aber manchmal kommt einem das Leben dazwischen. Aber heute ist ja auch noch ein Tag.

Unbenannt
Ein Kissen aus Rosie Posie Granny Squares, gehäkelt nach diesem Tutorial und auf diese Weise verbunden (das ursprüngliche Tutorial finde ich leider nicht mehr wieder, aber das Prinzip bei diesem ist dasselbe). Bei vorherigen Projekten hatte ich die fertigen Quadrate immer zusammengenäht - bzw. häufig eben nicht zusammengenäht, denn irgendwie empfand ich das als ähnlich freudvolles Unterfangen wie das Vernähen der vielen Garnenden... Umso mehr bin ich nun von dieser Methode angetan: Super schnell, super ordentlich und das fertige Stück liegt wunderbar flach - das war bei anderen Methoden, die ich probiert habe, nämlich häufig der Punkt, der mich nicht überzeugt hat.

Unbenannt

Neue Sofakissen standen bei meiner Oma schon seit längerem auf dem Plan. Beim Häkeln des Kissens fiel mir zum Beispiel ein Besuch bei marimekko vor eineinhalb Jahren wieder ein,  im Laufe dessen die zarte japanische Verkäuferin etliche Stühle und Leitern hochkraxelte, um Ballen um Ballen schönsten Stoffes vor uns auszubreiten, uns immer neue Muster und Kombinationsmöglichkeiten zu zeigen - und uns am Ende mit nichts als einer Visitenkarte ziehen lassen musste, auf der sie noch hastig den Namen des zuletzt favorisierten Muster - ich meine, es war dieses - notierte. Gerne könnten wir wiederkommen, wenn wir uns dann entschieden hätten.
Wir kamen nicht wieder. Obgleich auch mir angesichts des Preises ein bisschen die Spucke wegblieb (worauf ich allerdings bereits gefasst gewesen war), hatte ich ein ziemlich schlechtes Gewissen. Die Visitenkarte habe ich erst letzten Herbst, vor meinem Umzug weggeworfen.

Unbenannt

Nachdem an der Kissenfront seitdem keine Entwicklungen zu vermelden waren, kam mir die Idee, dass das doch ein prima Geschenk wäre. Allerdings habe ich diesmal die zu Beschenkende im Voraus eingeweiht, um mal die Gestaltungsvorlieben abzuklopfen. Da war ich mir nämlich ziemlich unsicher.

UnbenanntDie Aussage "Ich mag alles, was du machst." (Omas eben...) war bei der Konkretisierung der Pläne nicht sonderlich hilfreich, doch immerhin konnte ich noch die Information entlocken, dass rot wohl durchaus gefallen würde. Auf Grundlage dessen habe ich also versucht, mir ein Häkelkissen mit rot im Kontext des großelterlichen Wohnzimmers vorzustellen. (Edit: In selbigem sind diese Fotos übrigens entstanden - der Geburtstag ist ja nun schon eine Weile her...)

Unbenannt

Mit dem, was am Ende dabei rausgekommen ist, bin ich ganz zufrieden - ist so geworden, wie ich mir das vorgestellt hatte. Komischerweise hatte ich die ganze Zeit über ein merkwürdig rauschiges Bild stilisierter Mohnblumen im Kopf, ohne so richtig zu wissen, woher das kam. Erst als ich dann neulich mehr zufällig auf der marimekko-Website landete und mich der Geschichte oben erinnerte, fiel es mir ein bisschen wie Schuppen vor den Augen. Da hat der oben beschriebene Besuch, obwohl über lange Monate ganz unten in meinem Gedächtnis vergraben, unterbewusst vielleicht doch ein bisschen nachgewirkt...

Wie dem auch sei. Einen fröhlichen Creadienstag euch allen!

Naomi

Samstag, 12. April 2014

12 von 12 {April}

Die "12 von 12" gehören zu meinen liebsten Blogaktionen. Nicht nur, dass ich jedes Mal das Gefühl habe, den Tag viel bewusster zu erleben, weil ich - ständig auf Hut nach Festhaltungswürdigem - einfach viel besser aufpasse, was so um mich herum geschieht.
Es macht mir auch jedes Mal aufs Neue Spaß, im Nachhinein durch diese kleinen Tagesdokumentationen zu stöbern und mich anhand der Bilder und der dazu geschrieben Worte an die jeweiligen Tage zu erinnern. 

Da sehe ich mich dann zum Beispiel plötzlich wieder im Schienenersatzverkehrsbus sitzen, über brandenburgische Dörfer holpernd, heute vor einem Jahr, auf dem Weg nachhause am Ende einer Seminarwoche in der Gedenkstätte Ravensbrück, Kopf und Herz voller widersprüchlicher Eindrücke dieses merkwürdig friedlichen Ortes mit der grausamen Vergangenheit.

Oder ich stehe auf einmal wieder in unserer Küche in Berlin und gieße Tee auf, am frühen Nachmittag noch im Bademantel (wie die Bilder bei genauem Hinsehen sogar verraten :), es sind Osterferien und die Abi-Klausur im Leistungskurs Geschichte steht kurz bevor. Das war vor zwei Jahren.

Mittlerweile kochen andere, fremde Menschen in der Küche, die Teekanne befindet sich in diesem Augenblick mit allerlei anderem Hab und Gut in einem Container, irgendwo auf dem Meer, unterwegs nach Namibia, und das Kleid, das damals einige Wochen später aus dem Stoff wurde, liegt seit Monaten in einem Karton und wartet darauf, einen neuen Reißverschluss eingenäht zu bekommen.

Ich schreibe all das, weil ich eigentlich sagen will: Ich erinnere mich gerne daran, wie das Leben an einem bestimmten Tag ausgesehen hat. Weil mir dabei die Veränderungen bewusst werden, die von einem Tag zum nächsten nicht immer spürbar sind. Mir vor Augen zu halten, dass das, was ich heute als normal und darum irgendwie als selbstverständlich betrachte, in ein paar Wochen, Monaten, Jahren vorbei und ganz anders sein kann und zu nicht geringer Wahrscheinlichkeit auch anders sein wird, hilft mir dabei, mein Leben - so, wie es jetzt gerade ist - ein bisschen mehr zu schätzen, auch wenn es darin viele Dinge gibt, die ich mir anders wünsche.

Deshalb mache ich also, wenngleich meine Bilder-Anzahl nicht ganz das Soll erfüllt, auch in diesem Monat wieder bei den 12 von 12 mit - um damit nach dieser etwas ausufernden Einleitung mal wieder auf das eigentliche Thema dieses Posts zurückzukommen. :)

Und so sah mein Heute aus, mein 12. April 2014:


Beim Frühstück habe ich mir vorlesen lassen. Alleine frühstücken finde ich nämlich das Gewöhnungsbedürftigste, seit ich alleine wohne - diese Stille. Unglaublich, wie sehr eine vertraute Stimme und eine vertraute Welt da helfen. Da gehen die 3€, die ich neulich auf dem Flohmarkt für das Hörbuch bezahlt habe, direkt als Investition ins Seelenheil durch.


Frühstück. Wie gesagt, etwas karg.

Den dritten Band von Harry Potter mochte ich immer am liebsten. Vielleicht auch aus nostalgischen Gründen, denn es war das erst "richtige" (= mehr als 100 Seiten dicke) Buch, das ich mit sieben Jahren von vorne bis hinten komplett selber gelesen habe. Bei einem Mal lesen blieb es (bei weitem) nicht und die CDs liefen später zeitweise in Dauerschleife. Die Geschichte ist mir also, sagen wir mal, einigermaßen vertraut. Weiterhören musste ich dennoch. 

Nebenbei ein bisschen rumgekritzelt. Inspiriert hiervon. Leider kein größeres Papier zur Hand.


Außerdem versucht, die luxemburgischen Bus- und Bahntarife zu verstehen und dabei nicht zum ersten Mal festgestellt, dass ein Wiederauffrischungskurs in Französisch auf meiner Prioritätenliste dringend ein paar Stellen nach oben gerückt gehört. Kaum zu glauben, dass das mal meine erste Fremdsprache war...


Zwischendurch resigniert festgestellt, dass der ichweißnichtwievielte Handy-Kurs mit den augenblicklich an der Nordsee kurenden Großeltern leider (wie immer) gänzlich verschenkte Zeit war.

Nebenbei außerdem ein bisschen gehäkelt, aber davon gibt's keine Fotos.


Nach viel zu viel drinnen verplemperter Zeit irgendwann den Entschluss gefasst, dass ein so schöner Tag nicht gänzlich in geschlossenen Räumen zugebracht werden darf. Dummerweise machte sich die Sonne gerade auf und davon, als ich vor die Tür trat. Statt über Sonnenschein also darüber gefreut, dass ich nun endlich einmal mit Kamera an dem Fliederbusch vorbei kam, der schon seit Anfang der Woche jeden Tag ein bisschen mehr aufblüht.


Da sich Frau Sonne weiterhin bedeckt hielt und die Temperaturen doch nicht mehr ganz heimelig waren, habe ich eine kleine, halb-sporadische Tradition (wenn das nicht ein Widerspruch in sich ist), die ich Anfang des Jahres eher zufällig begonnen hatte und die während der Semesterferien - der Tatsache geschuldet, dass ich kaum hier war - irgendwie eingeschlafen ist, wieder aufgenommen: Samstagskaffee und -kuchen im Cassius Garten. Heute mit Rhabarber.

Leider komme ich mir immer ein bisschen komisch vor, wenn ich in Restaurants und Cafés meine Kamera zücke. Als ob ich heimlich was Schlimmes vorhätte. Wenn man dann auch noch alleine am Tisch sitzt und es um einen herum auch nicht gerade brechend voll ist, d.h. jedes Klicken von den in ihre Zeitungen und mutmaßlich sehr wichtige Arbeit vertieften Mitanwesenden höchstwahrscheinlich bemerkt werden würde, unterzieht das die Hemmungen einer echten Wachstumskur. Der langen Rede kurzer Sinn: Es gibt nur ein minderqualitatives Handybild vom über die Maßen schmackhaften Gebäck.


Anschließend, wo ich schon mal in der Stadt war, habe ich die Gelegenheit genutzt um in Erfahrung zu bringen, wie ich an meine durch gewieften Einsatz von Rabatten und Internetbestellung in die Filiale um knapp 10€ vergünstigten neuen Schuhe nun eigentlich herankomme. (Darüber, was mich das Austüfteln dieses genialen Sparplans an Zeit gekostet hat, schweige ich an dieser Stelle übrigens lieber.)

Die Schuhkauf-Ersparnis habe ich dann sowieso gleich wieder wettgemacht. Nach wie vor bin ich nämlich nicht fertig eingerichtet - in erster Linie fehlt es an Stauraum. Für den ursprünglichen Preis hätte ich das folgende Stück zwar nie im Leben eines zweiten Blickes gewürdigt, aber bei satten 80% Rabatt war selbst der Einwand, dass mir das Ding eines Tages zu bunt werden könnte, zu vernachlässigen.
Immerhin sind nämlich nun sämtliche Woll- und Garn-Bestände an einem Ort versammelt, was zukünftig dann wenigstens das Suchareal eingrenzt. Außerdem habe ich so wieder ein ganzes Regalbrett für andere Dinge frei. Win-win, wobei in beiden Fällen ich der Sieger bin. (Und das reimt sich auch noch.)

Gar nicht gut tat dieser Kauf hingegen der Anzahl meiner 12von12-Bilder, denn leider hatte ich den gesamten Rückweg beide Hände voll.

An eben dieser Stelle hätte nun, wenn es schon insgesamt keine 12 Bilder geworden sind, darum zur Abrundung wenigstens noch ein Bild meines Abendessens stehen sollen. Weil mich dann aber mein Mitbewohner, während ich in der Küche ganz arglos meine Schupfnudeln briet, in ein mehr oder weniger tiefgründiges, vor allem aber langwieriges Gespräch über die Tudors, Macht und Religion, Fundamentalismus und Fanatismus, Freiheit und Verantwortung, menschliches Miteinander und Nord-Korea verwickelt hat, bin ich irgendwie drüber hinweg gekommen. Nächstes Mal dann.

Das Heute anderer Leute gibt's hier gesammelt. Habt alle einen schönen Sonntag!

Naomi

Freitag, 11. April 2014

Es gibt mich noch

UnbenanntUnbenanntUnbenannt In den letzten zwei Monaten allerdings ständig auf Jück. Und so, wie es momentan aussieht, wird sich daran auch für den Rest des Jahres nicht sehr viel ändern. Trotzdem hoffe ich, dass ich es schaffe, mich nun, da mit dem Semesterbeginn immerhin wieder eine gewisse Routine Einzug hält, auch hier wieder häufiger blicken zu lassen. Fehlt mir nämlich ein bisschen.

Euch allen einen schönen Freitagabend!

Naomi
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