Sonntag, 7. August 2016

An einem Sonntagabend im August

Die Decke, mit der irgendwie alles anfing.

Gerade war ich dabei, einen Blogpost übers Bloggen zu lesen, als mein Blick auf die Datumsanzeige unten rechts auf meinem Bildschirm fiel. 7. August. Exakt fünf Jahre ist es heute her, dass ich hier meine ersten Worte geschrieben habe. Auch an einem Sonntagabend. Fünf Jahre, das ist gemessen an meinem Alter eine ganz schön lange Zeit. Nicht ganz ein Viertel, aber doch mehr als ein Fünftel meines Lebens begleitet mich das Bloggen nun - auch wenn es häufig auf und ab hing und ich speziell in den vergangenen paar Jahren sehr damit gehadert habe. Allerdings nicht nur mit dem Bloggen, sondern auch mit so ungefähr allem anderen.

Ein bisschen ist es mit mir und diesem Blog wie mit alten Freunden, mit denen man durch die gemeinsam verbrachte Zeit und geteilte Erlebnisse für eine Weile eng verbunden war, und die man dann, manchmal ganz schleichend, irgendwie aus den Augen verloren hat. Gelegentlich vermisst man sie, hat den plötzlichen Impuls, ihnen dieses oder jenes erzählen, aber dann sind da all die Dinge, die zwischen damals und heute stehen und erst einmal überbrückt werden wollen. Es ist nie leicht, an ein abgerissenes Band anzuknüpfen und je mehr Zeit vergangen ist, desto schwerer wird es. Und manchmal fehlen einem auch weniger die alten Freunde an sich, als die Person, die man selbst damals - mit den anderen oder auch durch die anderen - gewesen ist. 

So oder so ähnlich geht es mir. Wann immer ich in den letzten Jahren den Versuch unternommen habe, hier wieder regelmäßig zu bloggen, folgte irgendwann die Erkenntnis, dass ich eigentlich dem Enthusiasmus meines 17jährigen Ichs und dieser ungetrübten Begeisterung über diese neuentdeckte Welt hinterher jage. Letztlich war das nie von Erfolg gekrönt und ich habe gemerkt: Die Vorstellung eines Blogs macht mich vor Freude und Faszination immer noch ganz kribbelig im Innern, nur tut es dieser Blog nicht mehr. So ist das, aus manchen Dingen wächst man heraus und es wird Zeit für Neues.

Generell geht es bei mir gerade viel um Neugestaltung. Der Bachelorabschluss ist mittlerweile in greifbarer Nähe, was die gefürchtete Frage nach dem Danach aufwirft. Gefürchtet deswegen, weil ich eigentlich keine Antwort darauf habe bzw. bislang lediglich mit Sicherheit weiß, dass es auf dem derzeitigen Pfad (sprich: Lehramt) nicht weitergehen soll. Auch wenn mich regelmäßig diverse Menschen, von namibischen Friseurinnen über nahe und fernere Verwandte bis hin zu völlig fremden Flughafenwartehallenbekanntschaften, vom Gegenteil überzeugen wollen. Dass ich keinen konkreten Plan B habe, bereitet mir selbst momentan weniger Schwierigkeiten als anderen, habe ich den Eindruck. Für mich ist die Frage, was für einer Arbeit ich nachgehen will, nur ein Bruchteil der viel größeren Frage "Was für ein Leben will ich leben?". (Quarterlife Crisis lässt grüßen...)
Im Augenblick bin ich hauptsächlich damit beschäftigt, Dinge auszusortieren und loszulassen, die zur Vergangenheit fest dazugehörten, für mich in der Gegenwart aber ihre Bedeutung verloren haben und sich nun wie Ballast anfühlen, den ich nicht in die Zukunft mitschleppen möchte. Irgendwie habe ich schon seit einer Weile dieses Bedürfnis, zu entrümpeln, reinen Tisch zu machen. Und dann zu sehen, was sich anfangen lässt mit dem, was übrig bleibt.

So möchte ich dieses Jubiläum nutzen, um mich auf unbestimmte Zeit von diesem Blog zu verabschieden und im Zuge dessen vor allem noch mal ein Dankeschön loszuwerden. An alle die, deren Bekanntschaft ich als Folge dieser an einem Sonntagabend vor genau fünf Jahren geschriebenen Worte und allem, was danach kam, machen durfte. Ob Vielkommentatoren oder stille Leser, treue Seelen oder sporadische Besucher - um wie viel reicher an Motivation, Inspiration, Wissen und Freude ich durch euch geworden bin, lässt sich in Worten gar nicht ausdrücken. Von Herzen vielen Dank für euer Interesse, eure Zeit und eure Worte!

Wie eingangs erwähnt, beschäftigt mich das Thema Bloggen nach wie vor und so schließe ich nicht aus, dass ich irgendwann, irgendwie, irgendwo wieder auftauche. Wenn es dazu kommt, sage ich Bescheid und würde mich über ein Wiedersehen freuen! Hier bleibt derweil zeitkapselmäßig alles, wie es ist, und ich bleibe auch unter der Mail-Adresse und den Social Media Links weiterhin erreichbar (auch wenn ich dort momentan ebenfalls denkbar inaktiv bin...).

Nun denn, macht es gut.

Alles Liebe, Naomi
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